Bottens

Polit. Gem. VD, Bez. Echallens, im Gros-de-Vaud gelegenes Dorf, südwestl. von Echallens. 1142 Botens. 1416 33 Haushalte; 1453 19; 1764 41, davon 33 kath.; 1850 464 Einw.; 1870 529; 1900 422; 1950 400; 1970 424; 2000 917. Im 12. Jh. bildete B. ein Lehen des Bf. von Lausanne in der Hand der Edlen von B. Girard de Montfaucon erwarb 1342-54 den Grossteil dieses Lehens und vereinte es mit seiner Herrschaft Echallens. Nach der Zerstörung der Burg durch die Eidgenossen 1475 wurde B. in die gemeine Herrschaft Orbe und Echallens integriert (bis 1798). Verwaltet wurde das Dorf durch die Gemeindeversammlung. 1555 verkauften die Edlen von Russin, Nachfolger der Montfaucon, ihre Güter an François Panchaud. Im 17. Jh. wurde die Herrschaft von den Polier aus Lausanne gekauft. Die seit dem 12. Jh. bezeugte Pfarrei gehörte der Abtei Montheron. Das Dorf schloss sich nicht vollständig der Reformation an (kath. Pfarrei B., ref. Filiale der Pfarrei Poliez-le-Grand). Die im 12. Jh. erw. Kirche (1711 neu errichtet) wurde nach der Reformation paritätisch genutzt, seit 1904 ist sie den Reformierten vorbehalten. 1599 wird der hl. Claudius, 1665 der hl. Stephan als Kirchenpatron genannt. Die kath. Kirche wurde 1843 nach Plänen von Henri Perregaux gebaut. 1847-1965 bestand auch eine Gemeinde der Ref. Freikirche des Kt. Waadt. Bis nach dem 2. Weltkrieg war B. ein Bauerndorf. 1930-35 erfolgte eine teilweise Flurbereinigung. Im 18. Jh. befand sich in B. eine Ziegelei. Wegen der Nähe zu Lausanne haben sich 1975-85 mehrere Unternehmen in B. niedergelassen. Trotzdem war der Wegpendleranteil 1990 mit 66% hoch.


Archive
– M. Fontannaz, B., ancienne église mixte, Ms., 1982, (ACV, Archiv Kdm VD)
Literatur
– L. Bridel, B. 1975, 1976
– D. Décosterd, Région du Gros-de-Vaud, 3 Bde., 1990

Autorin/Autor: Marianne Stubenvoll / AW