Asperlin [Esperlin]

Ehem. ritteradliges Walliser Geschlecht, das seinen Namen wohl vom Ort "zum Asp" bei Baltschieder führte. Von hier verzweigte es sich nach Raron, Visp und Stalden (VS). Erster bekannter Vertreter ist der 1290 erw. Petrus dictus Hesperlin de Ponczirro (Baltschieder), Meier von Raron. Die Fam. war von Raron bis Mörel begütert. Im 14. und 15. Jh. stellte sie eine Reihe von Meiern des Zenden Raron, im 15. Jh. drei Domherren von Sitten: Johannes (1401-18), Heinrich ( -> 1) und Rudolf (1453-96/97). Um 1350 wird ein miles Rudolphus genannt. Durch Verbindung mit den Häusern von Visp und Raron gelangte die Fam. zu hohem Ansehen und trug bisweilen den Zunamen von Raron. Höhe- und Wendepunkt zugleich in ihrer Gesch. bildeten der Episkopat von Heinrich (1451-57, -> 1) und der sog. Asperlinhandel (1460-82), in welchem Rudolf ( -> 2) und der Sittener Bf. Walter Supersaxo um das Erbe der von Raron stritten. Als der Prozess 1482 verloren ging, verliess die Fam. das Wallis. Die letzte Erbtochter, Johanna (∞ Theobald von Erlach), verkaufte 1508 das Meiertum Raron an Bf. Matthäus Schiner. Petermann (∞ Colette von Ligerz), Sohn von Rudolf ( -> 2), und sein Sohn Lorenz (∞ Marie Champion) begründeten den Waadtländer Zweig der Familie. Dieser kam in den Besitz der Herrschaften Bavois, Ballaigues und Lignerolles, erhielt das Bürgerrecht von Aubonne (1619) und Lausanne (1650) und erlosch mit Jean-Salomon d'Asperling (gestorben 1759) und dessen Tochter Emilie (∞ 1713 Victor de Gingins).


Literatur
– D.L. Galbreath, Armorial vaudois 1, 1934, 18 f.
Walliser Wappenbuch, 1946, 14 f.

Autorin/Autor: Philipp Kalbermatter