Assens

Politische Gemeinde VD, Bezirk Gros-de-Vaud, seit 2009 mit Malapalud. An der Strasse Lausanne-Echallens gelegen. 1228 Ascens. 1417 64 Haushaltungen; 1453 48; 1764 45; 1798 276 Einw.; 1850 356; 1900 401; 1950 401; 1970 335; 2000 770. Latènezeitl. Grabhügel im Bois des Allemands, frühma. Gräberfeld (1881 zerstört). Im MA besassen mehrere Herren Lehen in A., in der frühen Neuzeit teilten sich Bern und Freiburg den Besitz. 1476-1798 war A. ein Teil der gemeinen Herrschaft Orbe-Echallens, dann bis 2006 des Bezirks Echallens. Im 18. Jh. stand ein parität. Zwölferrat (sechs Katholiken, sechs Protestanten) dem Dorf vor. Die Pfarrei ist 1228 bezeugt, spätestens ab 1453 besass die Abtei Abondance die Kollatur. Die Reformation setzte sich in A. nur zögernd durch; der erste ref. Pfarrer wurde erst 1585 eingesetzt. Da die Gemeinde es ablehnte, sich 1619 durch Mehrheitsbeschluss für eine der beiden Konfessionen zu entscheiden, blieb die Pfarrei gemischt, und bis zum Bau eines neuen kath. Gotteshauses (1845) diente die Kirche beiden Glaubensgemeinschaften. Am Ende des Ancien Régime besuchten auch die wenigen Katholiken von Lausanne in A. die Messe. Die Kirche Saint-Germain (heutige ref. Kirche) wurde um 1300 erbaut und 1453-54 erweitert. Sie enthält Wandmalereien aus dem 15. Jh. und auf dem Marienaltar einen bemalten barocken Altaraufsatz aus der 2. Hälfte des 17. Jh. Seit 1874 ist A. eine Station an der Bahnlinie Lausanne-Echallens-Bercher. Bis in die 1970er Jahre landwirtschaftlich geprägt, entwickelte sich A. zum Wohndorf in der Agglomeration Lausanne.


Literatur
Le retable d'A., 1985
– D. Décosterd, Région du Gros-de-Vaud, programme de développement, 3 Bde., 1990
– J.-P. Gottrau Les paroisses d'A. et de Siviriez durant le dernier tiers du XIXe siècle, Liz. Freiburg, 1992

Autorin/Autor: Marianne Stubenvoll / AA