Fontana (TI)

Alte Notarsfam. von Mendrisio, die aus Como zugezogen war, ab 1218 in Mendrisio bezeugt ist, 1274 mit Gütern der Bischofskirche Como belehnt wurde und gegen Ende des 15. Jh. wieder nach Como übersiedelte. Der 1321 erwähnte Jacobus aus Mendrisio war wohl der Stammvater des ansehnl. Zweigs der F. von Melide. Zu den bekanntesten Vertretern dieses Zweigs gehören der Architekt Domenico ( -> 6) sowie seine Brüder Giovanni (1540-1604) und Marsilio (gestorben 1597), auch sie in Rom und Neapel tätige Baumeister; ihre Schwester Caterina war die Mutter von Carlo Maderno. Andere, wohl ebenfalls aus dem Stamm von Mendrisio hervorgegangene Zweige brachten mehrere Generationen von Architekten, Baumeistern und Stuckateuren hervor, die in Italien, aber auch in Mittelosteuropa wirkten. Sie sind in Muggio (18. Jh.), Cabbio (ab 1299), Sagno (vom 16. Jh. an, v.a. in Bologna tätig) und Brusata, einer Fraktion von Novazzano (ab dem 16. Jh.) belegt. Aus dem Zweig von Novazzano, dem Baldassare ( -> 2) entsprang, bildeten sich Ableger in Rancate (17. Jh.), Tremona (Anfang des 18. Jh.), Chiasso (16. Jh.), Mendrisio (2. Hälfte des 17. Jh.), Balerna (16. Jh.) und wohl auch in Arogno. Der berühmte Architekt Carlo ( -> 4) entstammte den F. von Rancate. Bei F., die in anderen Ortschaften des Mendrisiotto belegt sind, ist die Herkunft unsicher. Ohne Verbindung zum Stamm von Mendrisio sind die F. im übrigen Gebiet des Kt. Tessin (im Bleniotal ab dem 12. Jh., in Locarno im 15. Jh., in Cademario vom 15. Jh. an., in Bosco Luganese ab dem 16. Jh.).


Literatur
– Schaefer, Sottocenere
– A. Lienhard-Riva, Armoriale Ticinese, 1945

Autorin/Autor: Redaktion / AI