Bruni

Fam. von Olivone. 1537 liess sich ein Zweig in Bellinzona nieder, der 1624 in die Bürgerschaft von Carasso und 1629 in diejenige der Stadt aufgenommen wurde; es gelang ihr aber erst 1729, Einsitz in den Gemeinderat zu nehmen. Seit dem 15. Jh. zählten die Bleniotaler B. viele Auswanderer, die versch. Berufe im Bereich des Gastgewerbes und der Hotellerie ausübten; gegen 1830 liessen sich einige von ihnen in England nieder. Ab dem ausgehenden 18. Jh. waren einige B. erfolgreiche Schokoladefabrikanten, v.a. in Mailand und Saluzzo (Piemont). Der im Hotelwesen tätige Zweig aus Bellinzona weist in seinen Reihen aber auch zahlreiche Geistliche, Notare und Ärzte auf; im 18. Jh. bekleideten versch. B. den Rang des Statthalters und des Schatzmeisters in der landvögtl. Verwaltung. Schon im 17. Jh. kamen die B. zu einem gewissen Reichtum; 1738 stifteten sie eine Chorherrenpfründe am Kollegiatstift von Bellinzona.


Archive
– ASTI, B.-Archiv (Zweig Bellinzona)
Literatur
– F. Bruni, I cioccolatieri dall'artigianato all'industria, 1946, 67 f.
– G. Pometta, Briciole di storia bellinzonese, 1977

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / MS