09/12/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Sévery

Polit. Gem. VD, Bez. Morges. 979 Siuiriaco, 1453 Syuiriez. 1764 160 Einw.; 1850 198; 1900 162; 1950 137; 2000 193. Bei Le Châtelard wurden Reste des Ökonomieteils eines röm. Gutshofs aus dem 1. Jh. n.Chr. gefunden, dessen Hauptgebäude sich unter der heutigen Kirche befinden muss. Ein Gräberfeld bezeugt, dass die gleiche Stelle auch im FrühMA besiedelt war. S. gehörte im MA zur Freiherrschaft bzw. der Kastlanei Cossonay. Ein erstes Schloss nördlich des Dorfs wurde 1885 abgebrochen. Vom zweiten, im Süden gelegenen Schloss aus dem 13. Jh. ist noch ein Rundturm erhalten, der in der Nähe des 1768 von den de Charrière de S. erbauten Lustschlosses steht. Die 1911 restaurierte Mauritiuskapelle ist seit dem 15. Jh. eine Filiale der Kirche von Pampigny. 1539-1798 zählte S., das von einem Fünferrat verwaltet wurde, zur Landvogtei Morges, 1798-2006 zum Bez. Cossonay. Die 1228 erw. Mühle wurde zu Beginn des 21. Jh. noch als Öle betrieben, jedoch nicht mehr mit der Wasserkraft der Morges. 1984 liess S. zusammen mit Pampigny am Bach Combagnou eine Kläranlage bauen. Die Gem. ist nach wie vor von der Landwirtschaft geprägt.


Literatur
RHV, 1982, 192-194
– P. Delacrétaz, Les vieux moulins du Pays de Vaud et d'ailleurs, 1986, 132, 204

Autorin/Autor: François Béboux / ANS