Zwyer von Evibach

Fam. von Uri des 14.-18. Jh., benannt nach dem in der Gem. Silenen gelegenen Evibachtal. Laut Familientradition aus dem 17. Jh. gilt als Stammvater Udalrich, der 1095 an der Seite des Hzg. Gottfried von Bouillon am 1. Kreuzzug teilnahm. Urkundlich erwähnt sind Heinrich 1317 und Johann 1334. In Altdorf traten die Z. im 16. Jh. als Wirte, Dorfvögte, Ratsmitglieder sowie Offiziere in päpstl. und span. Diensten auf. Ihre Angehörigen verschwägerten sich mit den aufstrebenden Fam. von Beroldingen, Schmid und von Roll. Gesichert ist die Genealogie von Andreas an, der 1530-32 als Dorfvogt von Altdorf amtierte. Mit ihm begann der soziale Aufstieg der Z. Andreas (1552-1622) hatte das bischöfl.-konstanz. Amt des Vogts von Kaiserstuhl und von Klingnau inne, blieb aber mit Uri verbunden. Sein Sohn Sebastian Peregrin ( -> 1) machte in fremden Diensten Karriere und kam zu Vermögen. Er zählt zu den einflussreichsten Staatsmännern der Eidgenossenschaft im 17. Jh. Nach ihm verlor die Fam. in Uri ihre Bedeutung. Sein Bruder Johann Franz (gestorben 1683), Erbtruchsess des Fürstbischofs von Konstanz, wurde 1668 von Ks. Leopold I. in den Freiherrenstand erhoben. Dessen Nachkommen hatten bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. hohe Amtsstellen des Fürstbischofs von Konstanz inne, gehörten dem Domkapitel Augsburg an und stellten Komture des Dt. Ordens. Sebastian Peregrins Söhne Franz Ernst (1621-97) und Sebastian Peregrin (gestorben 1694) erhielten Einsitz im Domkapitel Konstanz. Letzterer wurde 1689 Bischofskandidat der kaiserl. Partei. Ersterer trat aus dem geistl. Stand aus und übernahm Schloss und Herrschaft Hilfikon, die der Vater 1644 erworben hatte. Mit seinem Sohn Franz Sebastian starb 1724 die Fam. in der Schweiz in der männl. Linie aus.


Archive
– StAUR
Literatur
– W. Merz, Die ma. Burganlagen und Wehrbauten des Kt. Aargau 1, 1905, 238-250
– A. Imholz, «Verwehte Spuren urner. Grössen», in HNU NF 4/5, 1949/50, 151-172
– W. Keller, «Zwyeriana», in HNU NF 16/17, 1961/62, 7-42
– W. Kundert, «Die Aufnahme von Schweizern ins Domkapitel Konstanz 1526-1821», in ZSK 68, 1974, 240-298

Autorin/Autor: Hans Stadler