05/12/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Montricher

Polit. Gem. VD, Bez. Morges. In der waldreichen Gem. am Jurafuss liegt der Mont-Tendre, der höchste Schweizer Juragipfel (1679 m). 1049 Mons Richarius, 1301 Montricher. 1798 364 Einw.; 1803 395; 1850 695; 1900 727; 1950 619; 2000 696. Auf dem Châtel stiess man auf eine bronzezeitl. Siedlung sowie auf eine spätröm. Befestigung (Münzen aus dem 4.-5. Jh.). Der Flecken entwickelte sich am Hang eines Hügels, auf dem eine ma. Burg stand, deren Herr 1049 Rodolphe war. Erhalten ist nur noch ein Turm der Aussenmauer, der zu Beginn des 15. Jh. als Kirchturm der ma. Kirche genutzt wurde. Die Herrschaft bestand aus dem Dorf M., den verschwundenen Weilern Echono und Torclens sowie, ganz oder in Teilen, aus mehreren Orten am Jurafuss in Richtung La Côte. Die Fam. de M. starb mit Henri aus (Testament von 1439). Die Ländereien der de M. wurden 1538 verkauft und gelangten in versch. Hände, bevor sie 1584 von der Fam. Vuillermin erworben wurden und bis 1779 in deren Besitz blieben. Danach waren sie bis 1798 Eigentum der Mayor von Lully. 1798-2006 gehörte M. zum Bez. Cossonay. 1228 wird M. als Pfarrei mit einer Kirche in Torclens erwähnt. Ab 1275 diente sie jedoch nicht mehr als Pfarreikirche, und M. gehörte zur Pfarrei Pampigny, nach der Reformation zur Kirchgemeinde L'Isle. In Echono wurde im 12. Jh. ein Benediktinerpriorat gegründet, das Mitte des 13. Jh. wieder aufgegeben wurde. Seine Kirche ersetzte nach und nach diejenige von Torclens, die 1397 nicht mehr bezeugt ist. Die Bewohner von M. leben v.a. von der Forstwirtschaft und Viehzucht. Seit 1896 verbindet die Eisenbahnlinie Bière-Apples-Morges die Gem. mit dem Genferseebecken.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988
– M. David-Elbiali, D. Paunier, L'éperon barré de Châtel d'Arruffens (M., canton de Vaud), 2002

Autorin/Autor: Paola Crivelli / BE