Oberwil bei Büren

Politische Gemeinde BE, Amtsbezirk Büren, Verwaltungskreis Seeland. Das Dorf O. liegt auf dem westl. Plateau des Bucheggbergs. 1236 Oberwile. 1764 289 Einw.; 1850 702; 1900 631; 1950 680; 2000 766. An versch. Orten in O. stiess man auf neolith., bronzezeitl. und röm. Funde. O. gehörte zur Herrschaft Strassberg, kam mit ihr 1388 an Bern und 1393 zur neu geschaffenen Landvogtei Büren. Die ehem. Mauritiuskirche ist 1275 erstmals bezeugt. Sie steht auf frühma. Vorgängerbauten, und zwar auf einer Holzkirche aus dem 7./8. Jh. und einer ersten gemauerten Anlage aus dem 9./10. Jh. Es folgten vier weitere Anlagen bis zum Chorneubau von 1506-07. Der letzte Umbau datiert vom 17. Jh. Die Kirche bildete das kirchl. Zentrum der Gegend, einschliesslich Bürens, das noch im 14. Jh. eine Filiale von O. war. Nach der Reformation 1528 blieben die ref. Solothurner Ortschaften Schnottwil, Biezwil, Lüterswil, Gossliwil und Bibern in der Kirchgemeinde O. Da das bäuerl.-kleingewerbl. Dorf wenig Arbeitsplätze anbot, pendelten 2000 rund zwei Drittel der Erwerbstätigen von O., z.T. mit langen Arbeitswegen nach Bern und Zürich.


Literatur
– P. Eggenberger et al., O. an der Aare, 1985
– P. Bannwart, Bauinventar der Gem. O., 2000

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler