Bessler

Das aus Deutschland stammende Geschlecht brachte sich 1499 in den Besitz des Urner Landrechts und verzweigte sich in der Folge in drei Hauptlinien, die zahlreiche Magistraten und Solddienstoffiziere hervorbrachten: B. von Wattingen (benannt nach dem angebl. Stammsitz bei Wassen), B. von Tannegg und Sternenbessler. Die B. verfügten über ausgedehnten Grundbesitz v.a. im Urner Talboden; ihre herrschaftl. Wohnsitze prägen das Dorfbild des Hauptortes bis heute entscheidend mit. Im 17. und 18. Jh. waren sie die Hauptstützen der span. Partei in Uri. Herausragende Bedeutung hatten die B. von Wattingen, die als Militärunternehmer in span. Diensten mehrere Regimenter aufwarben und zwischen 1661 und 1825 in ununterbrochener Generationenfolge acht Landammänner stellten. Ferner versahen Angehörige dieser Linie das Landschreiberamt in Lugano (zu Beginn des 17. Jh.) und im Rheintal (17. und 18. Jh.). Das Urner Pannerherrenamt fiel ihnen im 17. und 18. Jh. als quasi-erbl. Familienpfründe zu. Im 18. Jh. schaffte ein Zweig der B. von Wattingen den Aufstieg in den vorderösterr. Adel; er starb 1876 mit Baron Karl Thaddäus, kaiserl.-königl. Kammerherr in Graz, aus. Letzter Vertreter der Fam. in Uri war Eugen B. von Wattingen (gestorben 1915), Hauptmann in päpstl. Diensten.


Archive
– StAUR, PrivA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 3
Vaterland, Nr. 8, 1915
– A. Christen, «Oberst Alfons B. [1807-68]», in HNU 32/33, 1977/78, 103-119
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991

Autorin/Autor: Urs Kälin