12/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Mex (VD)

Polit. Gem. VD, Bez. Gros-de-Vaud, bestehend aus dem Dorf sowie dem durch die Autobahn A1 abgeschnittenen Einfamilienhausquartier Les Esserts. 1154 Mais. 1416 14 Feuerstellen; 1453 10; 1764 18; 1798 140 Einw.; 1850 233; 1900 198; 1950 191; 1980 271; 2000 547. Vermutlich röm. Siedlungsspuren (Ziegel und Keramik). Ab dem MA lag M. an der Route Lausanne-Jougne. Im 14 Jh. zerfiel die 1154 erstmals erw. Herrschaft in zwei Lehen, die Ende des 15. Jh. wieder zusammengelegt wurden. Die Feste, das sog. untere Schloss, unterstand im ligischen Lehensverhältnis dem Herrn von Cossonay. 1585-1798 war M. im Besitz der Fam. de Charrière. Im 18. Jh. machten Salomon und Catherine de Charrière ihre Residenz, das oberes Schloss, zu einem Zentrum des mondänen Lebens in der Region Lausanne. 1475-1798 gehörte M. zur gemeinen Herrschaft Orbe-Echallens, 1798-2006 zum Bez. Cossonay. Die Kirche Sainte-Marie-Madeleine wird 1228 im Pfründenregister als Pfarrkirche erwähnt. Die Gem. trat erst 1570, als sich die Mehrheit der Hausvorstände in einer Abstimmung, dem sog. Plus, für die Reformation entschied, zum neuen Glauben über. Die Kirche wurde 1580-82 neu erstellt. Zunächst war sie eine Filiale der Kirchgem. Penthaz, ab 1711 bzw. ab 1852 gehörte sie zur Kirchgem. Vufflens-la-Ville, dazwischen 1846-51 zu jener von Crissier. M. richtete mit Vufflens-la-Ville und Villars-Sainte-Croix 1974 ein gemeindeübergreifendes Industriegebiet ein. Der Bau des Gemeindehauses erfolgte 1983, die Renovation der Sekundarschule 1985. Das früher landwirtschaftlich geprägte Dorf hat sich zu einer Wohngemeinde entwickelt, deren Bevölkerung mehrheitlich in der Agglomeration Lausanne arbeitet.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 86 f.

Autorin/Autor: François Béboux / EM