• <b>Stokar (von Neunforn, von Neuforn)</b><br>Ansicht von Schloss Neunforn. Aquarell von  Hans Erhard Escher,   1673 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv). Das Schloss und die Gerichtsherrschaft Neunforn waren 1554–1688 im Besitz der Familie Stokar.

Stokar [Stockar, Stogker] (von Neunforn, von Neuforn)

Patriziergeschlecht der Stadt Schaffhausen, das ursprünglich aus dem Hegau stammt. Die Fam. erhielt Adels- und Wappenbriefe vom dt. Kaiser Maximilian I. (1501) und vom franz. König Franz II. (1559). Erster bekannter Vertreter der Fam. ist Welti Stokker von Bartzen (Barzheim, heute Gem. Thayngen), der 1359 und 1374 urkundlich erwähnt ist und Lehensträger der Herren von Rosenegg, Randegg und Hohenklingen war. Sein Sohn Walter, der 1442 in Schaffhausen eingebürgert wurde, gilt als Stammvater der S. Dessen Enkel Hans (1477-1500 erw.) hatte zwei Söhne, Alexander ( -> 1) und den Jerusalempilger Hans ( -> 5). Damals schien die Fam. schon der Gesellschaft der Kaufleute angehört zu haben. Von den beiden Söhnen Alexanders, Hans Kaspar und Benedikt ( -> 2), und den beiden Söhnen von Hans, Hans Jakob und Hans Heinrich, stammen die vier Hauptlinien der Fam. ab.

<b>Stokar (von Neunforn, von Neuforn)</b><br>Ansicht von Schloss Neunforn. Aquarell von  Hans Erhard Escher,   1673 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).<BR/>Das Schloss und die Gerichtsherrschaft Neunforn waren 1554–1688 im Besitz der Familie Stokar.<BR/><BR/>
Ansicht von Schloss Neunforn. Aquarell von Hans Erhard Escher, 1673 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
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Der älteste Sohn Hans Kaspars, Alexander (1537-1611), erwarb 1568 das Zürcher Bürgerrecht und stand damit am Anfang der zu Beginn des 21. Jh. noch bestehenden Zürcher Linie. Benedikt gründete die erste Schaffhauser Hauptlinie. Nachdem er 1554 die Gerichtsherrschaft Neunforn gekauft hatte, nannten sich er und seine Nachkommen "von Neu(n)forn". Diesen Namenszusatz nahmen auch diejenigen Schaffhauser S. an, die nicht direkt von Benedikt abstammten. Die Gerichtsherrschaft blieb bis 1688 bei den Nachkommen Benedikts. Sein Sohn Benedikt (1545-97), der die Gerichtsherrlichkeiten in Neunforn von seinem Vater übernahm, verliess die Kaufleutestube und wurde mit seinen Söhnen Mitglied der Oberen Stube (Herrenstube). Von seinen 20 Kindern wurden vier Söhne, nämlich Benedikt, Franz, Hans und Hans Kaspar, die Begründer der vier Hauptäste dieser Linie. Zu seinen Nachfahren gehören u.a. Johann Friedrich ( -> 8), Rudolf (1685-1733), Johann Caspar ( -> 7), David Christoph ( -> 3) und Franz ( -> 4). Nachkommen von Franz (1782-1847), der in Regensburg die Deutsche Cäcilie Uhlfelder heiratete, lebten noch zu Beginn des 21. Jh. in Deutschland.

Hans Jakob, der erste Sohn des Pilgers Hans, verliess des Glaubens wegen Schaffhausen, erwarb 1562 in Solothurn das Bürgerrecht und begründete mit Christine Schwaller die kath. Solothurner Linie, die in den 1670er Jahren ausstarb. Hans Heinrich ( -> 6), der zweite Sohn des Pilgers Hans, begründete die zweite Schaffhauser Hauptlinie. Im 16. Jh. waren zwei S. Obherr der Kaufleute, im 17. und 18. Jh. wurden mindestens fünf S. Obherr der Herrenzunft.


Archive
– StadtA Schaffhausen, Genealog. Reg. der Stadt Schaffhausen (J.L. Bartenschlager, H.W. Harder)
Literatur
– J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 967-973 (mit Stammtaf.)
Schweiz. Geschlechterbuch 4, 531-555; 12, 190-200
– K. Stokar, «Ein altes Geschlecht aus dem Hegau», in Hegau 29/30, 1972/73, 205-215

Autorin/Autor: Christian Baertschi