Peyer im Hof

Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen, das nicht mit jenem der Peyer mit den Wecken zu verwechseln ist. Nach der Chronik von Johann Jakob Rüeger kamen die Peyer mit der Fam. Cron aus Tengen im Hegau nach Schaffhausen. Ab Mitte des 14. Jh. sind sie mehrfach urkundlich bezeugt. 1425 wurde Johannes Peyer von Tengen zum Abt des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen gewählt. Sein Neffe Hans ( -> 4) wirkte 1454-67 als Bf. von Orange. Um 1525 nannte sich ein Zweig der Fam. nach dem Wohnort "im Höfli" bei der Lateinschule nicht mehr Peyer, sondern P. Als dessen Stammvater gilt Bernhardin, welcher der Gesellschaft zun Herren angehörte. Nachdem Schaffhausen reformiert geworden war, blieb ein Sohn Bernhardins, Hans Leopold, katholisch, zog nach Luzern und wurde dort Stammvater eines regimentsfähigen Geschlechts der Stadt. Aus dieser Linie gingen Politiker, so z.B. Franz Joseph Dominik ( -> 2), Geistliche, Offiziere und Gelehrte hervor. Ein Enkel Hans Leopolds, Hans Ludwig, wurde Stadtschreiber in Willisau. Der Luzerner Zweig erlosch Mitte des 19. Jh. Von Luzern aus wanderten einige Mitglieder weiter ins Elsass, wo sie unter dem Namen Peyerimhoff de Fontenelle im Heeresdienst des franz. Königs Karriere machten. Andere P., die aus Glaubensgründen 1572 auf das Schaffhauser Bürgerrecht verzichteten, liessen sich in Baden nieder, so Anton, der dort 1614 Schultheiss wurde. Zu Beginn des 17. Jh. blühte das Geschlecht der P. in Schaffhausen auf. Zahlreiche Vertreter, u.a. Hans Ulrich ( -> 5), Johann Conrad ( -> 6), Johann Conrad (1754-1812), Brigadier in sardin. Diensten, Johann Jacob ( -> 8) und Matthäus ( -> 9), erwarben bis Ende des 18. Jh. hohe Ämter in Militär, Politik und Justiz. Herausragendster Vertreter des Geschlechts ist jedoch der Nationalrat Friedrich ( -> 3). Mit seinen Nachkommen starb der Schaffhauser Zweig im 20. Jh. aus.


Archive
– StadtA Schaffhausen, Fam. Peyer
Literatur
– J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 883-889
– B. de Peyerimhoff, Zur Familiengesch. des nach der Reformation katholisch gebliebenen Zweiges der P. von Schaffhausen, 1963, (StASH)

Autorin/Autor: Peter Scheck