02/02/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Grancy

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

Polit. Gem. VD, Bez. Cossonay, die aus dem gleichnamigen Dorf und dem Weiler Saint-Denis am Ufer des Veyron besteht. 1141 Granci, 1202 Grantie. 1416 17 Feuerstätten; 1453 12; 1550 10; 1764 279 Einw.; 1850 363; 1900 296; 1950 270; 1970 226; 2000 328. Im Gebiet Allaz wurden bedeutende Reste einer Villa entdeckt; diese Stätte, die nahe der Römerstrasse Yverdon-Aubonne lag, war bis ins FrühMA besiedelt (burgund. Gräberfeld). Im MA war G. in mehrere Lehen aufgeteilt, die versch. Familien gehörten (u.a. den de Senarclens). Die Pfarrei ist 1228 erstmals belegt. 1536 kam G. zur Kirchgem. Vullierens, wurde aber bereits 1570 wieder selbstständige Kirchgemeinde. Unter Berner Herrschaft gehörte G. zur Vogtei Morges; verwaltet wurde das Dorf von einem zehnköpfigen Rat. Aus dieser Zeit stammen mehrere Gebäude, so die Schlossanlage aus dem 17. Jh. - erstmals bezeugt ist das Schloss 1351 -, die zwischen 1764 und 1770 über einem ma. Vorgängerbau neu errichtete Kirche sowie das Gemeindehaus von 1745. In Saint-Denis standen zwei Mühlen; die eine, bereits 1696 erwähnt, war bis ins 19. Jh. in Betrieb, die andere wurde erst 1967 stillgelegt. Ihre Haupteinkünfte zieht die Gem. aus der Bewirtschaftung des grossen Gemeindewaldes.


Literatur
– L. Maillet, Village de G., 1978
– P. Delacrétaz, Les vieux moulins du Pays de Vaud et d'ailleurs, 1986, 17-19
– M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 1986, 56, 146 f., 411
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 268 f.

Autorin/Autor: François Béboux / AW