Meyer (SH)

Das Schaffhauser Bürgergeschlecht ist Mitte 16. Jh. mit den Bürgermeistern Conrad ( -> 23) und Johann Conrad ( -> 76) erstmals fassbar. Mit Johann Conrads Sohn Bernhardin M. zum Winkel (1545-98) tritt erstmals ein M. als Baumeister auf (1587 Stadtbaumeister). Hans Jakob (1574-1629) führte den Neubau des Zeughauses (1617, heutiges Regierungsgebäude), des Roten Turms, vielleicht auch des Goldenen Ochsen aus. Im 19. Jh. war Johann Gottfried ( -> 84) Stadt- und später Kantonsbaumeister. Leonhard ( -> 113) und David ( -> 31) setzten das polit. Engagement fort. Leonhards Sohn Leonhard (geboren 1627) begründete eine "kirchl." Linie, die durch seinen Enkel Johann Martin (1662-1742), ab 1724 Pfarrer am Schaffhauser Münster und Verfasser versch. theologischer Schriften, fortgesetzt wurde. Dem geistl. Stand verpflichtet waren auch der Pfarrer Johann Conrad (1713-91), der Antistes Johann Wilhelm ( -> 96) sowie der Pfarrer Johann Conrad (1754-1819). Leonhards weitere zwei Söhne betrieben beide Apotheken, die über mehrere Generationen weitergeführt wurden. Die Apothekerdynastie M. im Zitronenbaum wurde von Leonhards zweitem Sohn Hans Martin (1633-1711) begründet und bestand bis 1823. Zu ihr gehörte auch der bereits erw. David, der die Apotheke während seiner polit. Tätigkeit wahrscheinlich Gehilfen überliess. Die Apotheke zur Taube wurde von Leonhards drittem Sohn Hans Conrad (1640-1701) an dessen Sohn Leonhard (1670-1719) und zuletzt an Christoph (1700-63) weitergegeben. Nebst Apothekern stellten die M. auch prominente Ärzte. Johann Martin (1694-1779), Sohn des Münsterpfarrers Johann Martin, war Stadtarzt von Schaffhausen (1754) sowie Leibarzt des Konstanzer Fürstbischofs und Kardinals Franz Konrad Kasimir Ignaz von Rodt zu Meersburg. Johann Jakob (1665-1717), Leibarzt des Landgf. von Hessen, wurde 1706 geadelt und begründete den Zweig der von Meyenburg.


Archive
– StadtA Schaffhausen, Genealog. Reg. der Stadt Schaffhausen 5, (J.L. Bartenschlager)
Literatur
– O. Keller, «Apotheken und Apotheker der Stadt Schaffhausen», in SchBeitr. 56, 1979, 29-142

Autorin/Autor: Eric De Pizzol