Gollion

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Cossonay. Dorf auf einem Plateau über der Venoge. 1228 Gollun. 1453 22 Haushalte; 1798 313 Einw.; 1850 438; 1880 521; 1900 456; 1950 384; 2000 565. In G. bestehen drei befestigte Anlagen: Eine davon geht möglicherweise zurück auf die Helvetier und wurde in röm. und burgund. Zeit benutzt. Diejenige von Borex könnte während der Völkerwanderung als Refugium gedient haben. Der Hügel von Brichy war vielleicht im FrühMA Standort eines Signalturms. G. gehörte bis 1472 zur Herrschaft Cossonay, 1472-1677 zur Herrschaft L'Isle, 1677-1798 zur Herrschaft Grancy und unter Berner Herrschaft zur Landvogtei Morges. Vor 1228 war G. eine Pfarrei; die Kirche Saint-Christophe ist im 15. Jh. bezeugt. Das Patronatsrecht besass der Bf. von Lausanne. In der Reformation bildete G. eine Filiale von Grancy, heute gehört es zur Kirchgem. Cossonay. 1749 wurde die ref. Kirche errichtet, 1860-61 der Frontturm. Die Johanniterkomturei in Crausaz wurde 1228 erstmals erwähnt; die Domäne bildete 1540-1798 eine Herrschaft. Eine Mühle (moulin d'Amour) am Ufer der Venoge ist bereits 1487 belegt. Im Bauerndorf G. wird auch etwas Weinbau betrieben. Im 19. Jh. war der Wein von G. für seine schlechte Qualität bekannt.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 262 f., 345, 348

Autorin/Autor: François Béboux / PO