Brümsi

Alteingesessenes Bürgergeschlecht Schaffhausens, welches in den Niederadel aufstieg und die Ritterfähigkeit erwarb. Früh spaltete sich die Fam. in drei Stämme auf: B. (auch "die Morharten" genannt), (B.) Am Stad und (B.) Im Thurn. Die B. waren eine angesehene Fam. mit grossem Besitz in der Umgebung Schaffhausens (Altenklingen, Herblingen, Schleitheim). Als frühester Vertreter wird 1239 ein Eberhardus dictus B. erwähnt. Weiter traten 1251 ein Hainricus und 1258 ein Konrad als Zeugen auf. Einzelne Familienmitglieder waren in der städt. Verwaltung Schaffhausens tätig. Einige Angehörige der Fam. standen im 14. Jh. auch in österr. Diensten. Nachdem die B. 1537 Schloss und Dorf Herblingen erworben hatten, nannte sich die Fam. B. von Herblingen. Mit dem Übergang Schaffhausens 1529 zur Reformation konnten sich die B. nicht anfreunden; sie zogen nach und nach aus der Stadt fort (Sundgau). Mehrere Angehörige der Fam. traten in der Folge in den geistl. Stand, so Catharina ( -> 1).

Der Zweig Am Stad oder in litore, genannt nach seinem Wohnsitz am Rhein, wo er als Erblehen des Klosters Allerheiligen Schifffahrtsrechte innehatte (1302 verkauft), stellte im 14. Jh. Dienstleute in militär. und landesherrl. Ämtern der österr. Herzöge. Andere übten im 14. und 15. Jh. wichtige städt. Ämter (Hans Amstad) in Schaffhausen aus. Durch Kauf, Heirat und Übernahme von Lehensträgerschaften gelangte der Zweig zu Besitz- und Vogteirechten in der Umgebung Schaffhausens (Berau, Marthalen, Randegg). Heiratsbeziehungen bestanden zu Schaffhauser Adelsgeschlechtern (u.a. Heggenzi, Winkelsheim, Fulach) und auswärtigen vornehmen Fam. (u.a. Muntprat, Schwend, Randegg). Nach der Auswanderung aus Schaffhausen um 1515-25 erlosch der Zweig im Mannesstamm mit Hans (gestorben 1551).


Literatur
– J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 652-664, 955-966
– K. Schib, «Der Schaffhauser Adel im MA», in ZSG 18, 1938, 380-404
– Schib, Schaffhausen

Autorin/Autor: Oliver Landolt