Ferreyres

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Cossonay, am Nordhang des Venogetales gelegen. 814 Forrarias, 1011 Ferrieris. 1764 115 Einw.; 1850 164; 1880 194; 1900 157; 1950 147; 1980 125; 1990 147; 2000 222. Rund 20 Eisenschmelzöfen waren in und um F. tätig, von der ausgehenden Latènezeit bis zum Beginn des 7. Jh. n.Chr. in der Gegend von Bossena, vom 5. Jh. n.Chr. bis um 800 im Gebiet des heutigen Dorfes. Frühma. Gräber (550-750), Münzhort (11.-12. Jh.). Vor 1000 waren die Kirche von Lausanne, das Priorat Romainmôtier und die Abtei Saint-Maurice in F. begütert. Ab dem 11. Jh. erhoben die Herren von Grandson gegen den Prior von Romainmôtier Ansprüche auf F. 1130 erlangte das Kloster jedoch allen verloren gegangenen Besitz wieder zurück. 1141 wurde das Dorf Teil der Baronie La Sarraz. Unter Berner Herrschaft gehörte F. zur Vogtei Romainmôtier. Von 1598 an war F. ein Weiler der Gem. La Sarraz; 1818 wurde es eine selbstständige Gemeinde. Im MA gehörte F. zur Pfarrei Saint-Didier (heute Saint-Loup), nach Einführung der Reformation zur Kirchgem. La Sarraz. Das Dorf entwickelte sich zur Wohngemeinde; 2000 waren fast drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung von F. Wegpendler. In Le Croset an der Venoge stand früher die Bannmühle der Herrschaft La Sarraz; heute steht an ihrer Stelle eine Sägerei.


Literatur
– P.-L. Pelet, Fer, charbon, acier dans le Pays de Vaud, 3 Bde., 1973-83

Autorin/Autor: Emmanuel Abetel / AW