Eclépens

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Cossonay. 814 Sclepedingus. 1416 32 Haushalte; 1764 242 Einw.; 1798 328; 1850 495; 1860 567; 1900 477; 1950 426; 2000 904. Beim Aushub für die Ferngasleitung wurden 1973 drei prähist. Fundstätten (spätes Neolithikum bis späte Bronzezeit) nahe beieinander freigelegt. Die Römerstrasse Lausanne-Orbe führte über den Höhenrücken Mormont. 814 schenkte Ludwig der Fromme dem Domkapitel von Lausanne eine villa in E., 1011 vermachte Kg. Rudolf III. dem Kloster Romainmôtier ein kleines Landgut. Die Fam. d'E. besass das Dorf als Lehen der La Sarraz; nach ihrem Aussterben im 14. Jh. fiel E. an die La Sarraz zurück. Unter Berner Herrschaft (1536-1798) gehörte E. zur Vogtei Romainmôtier. Als die Herrschaft La Sarraz 1623 aufgeteilt wurde, ging E. an Albert de Gingins. Nach seinem Tod behielt der ältere Sohn E., der jüngere wurde Mitherr. Dieser Familienzweig baute 1709 das untere Schloss wieder auf, während die Herren von E. aus dem anderen Zweig im ehem. Pfarrhaus residierten, das 1786 zum oberen Schloss ausgebaut wurde. Die Bourla-Papey besetzten es 1802 und vernichteten die Urkunden über die herrrschaftl. Rechte. Im 19. Jh. wurden beide Schlösser an die Fam. de Coulon verkauft. Die Kirche Saint-Pierre - die Pfarrei ist seit 1228 bezeugt - hing vom Domkapitel von Lausanne ab; nach der Reformation wurde sie La Sarraz angegliedert. Die Kirche wurde 1673-75 erneuert. Der Entreroches-Kanal, dessen Reste in der Mormontschlucht sichtbar sind, führte durch das Moorgebiet von E. Die Gem. liegt an den Bahnlinien Lausanne-Yverdon (1855, Bahnhof) und Lausanne-Vallorbe (1870). Der Kanal von Bay d'E. versorgte versch. Industriebetriebe mit Energie, so eine Mühle, ein Hammerwerk, die Spinnerei und Weberei Berger (1838-1978). Die Ziegelei Barraud bestand 1894-1954. Das 1953 gegr. Zementwerk wurde 1992 von der Holderbank Cement und Beton AG übernommen. Seit 1985 gibt es in E. eine Sammel- und Trennstelle für Spezialabfälle. 2000 beschäftigte der 2. Sektor mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in E.


Literatur
– P.-L. Pelet, Le canal d'Entreroches, 1946
– P. Estoppey, E., 1994

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / AA