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No 26

Bachmann, Niklaus Franz von

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geboren 27.3.1740 (Niklaus Leodegar Franz Ignaz) Näfels,gestorben 11.2.1831 Näfels, kath., von Näfels. Sohn des Karl Leonhard ( -> 22). Freiherr. ∞ 1761 Maria Dorothea Müller, Tochter des Obersten Johann Balthasar. Nach der Ausbildung am Jesuitenkollegium in Feldkirch (A) und am Nazarenerinst. in Rom trat B. 1756 in franz. Solddienst. Er wurde 1758 Fähnrich in der Kompanie seines Bruders Karl Josef Anton Leodegar ( -> 21), 1759 Kommandant einer eigenen Kompanie im Regiment Widmer, 1768 Major im Regiment Boccard, 1773 Oberstleutnant, 1778 Träger des St.-Ludwigs-Ordens, Ausbilder der Infanterietruppen in der Bretagne für den Einsatz in Amerika, 1779 Oberst, 1789 Mitglied des Oberkriegsrats (Neuorganisation der franz. Armee). Er war massgebl. an der Abfassung des franz. Kriegsreglements von 1791 beteiligt.

Nach dem Sturz der Monarchie wechselte B. zu den Revolutionsgegnern. 1793 wurde er Regimentskommandant, 1794 Generalleutnant in sardin.-piemontes. Diensten. Nach der Ausrufung der Cisalpin. Republik (1797) kehrte er als Kriegsgefangener in die Schweiz zurück, wo ihn das Helvet. Direktorium unter Hausarrest stellte. Im 2. Koalitionskrieg kommandierte B. die Schweizer Emigrantenregimenter in österr.-brit. Diensten. Seinen Truppen übergab er im Frühjahr 1800 das weisse Kreuz auf rotem Grund als Feldzeichen, das seit dem ausgehenden MA nicht mehr gebräuchl. gewesen war und so erstmals wieder zum gemeineidg. Zeichen wurde. 1802 übertrug ihm die Tagsatzung zu Schwyz den Oberbefehl über die konföderierten Truppen, welche die helvet. Armee im Stecklikrieg schlugen.

1815 wählte die Tagsatzung B. zum Oberbefehlshaber der eidg. Truppen. Ihm oblag die Grenzbesetzung während der Hundert Tage Napoleons. Als erster schweiz. Militärführer wich B. von der kordonartigen Grenzaufstellung ab, indem er mit der Armee eine zentrale Bereitschaftsstellung zwischen dem Neuenburgersee, Solothurn und Aarberg bezog. An dieses Konzept knüpfte der spätere Reduit-Gedanke an. Zur Sicherung der Grenzen drang B., als letzter Schweizer Heerführer, in fremdes Hoheitsgebiet (Franche-Comté) ein. Meutereien, ungenügender Nachschub und die Uneinigkeit der Tagsatzung zwangen ihn jedoch, die Offensive abzubrechen. Verärgert gab er am 26.7.1815 das Kommando an die Tagsatzung zurück. In seinem Rechtfertigungsbericht zeigte er die schweren Mängel des eidg. Wehrwesens und die polit. Hemmnisse auf. Seine Ideen zur Verbesserung der Wehrkraft nahmen im Bundesvertrag von 1815 und im Militärreglement von 1817 feste Gestalt an. Mit seiner Forderung nach einer neuen Landeskarte gab B. auch einen wichtigen Impuls zum Kartenwerk Henri Dufours.


Archive
– LAG
Literatur
– H. Laupper, General Niklaus Franz von B., 1974, 4 f.
– H. Laupper, «Niklaus Franz von B.», in Grosse Glarner, hg. von F. Stucki, H. Thürer, 1986, 95-103

Autorin/Autor: Hans Laupper