• <b>Cuarnens</b><br>Pfarrhaus und Kirche, um 1830. Aquatinta von  Samuel Weibel (Privatsammlung, alle Rechte vorbehalten).

Cuarnens

Gem. VD, seit 1798 Bez. Cossonay. Dorf am Jurafuss, von der Venoge durchflossen. 1001 Quarningis. 1764 374 Einw.; 1850 414; 1900 481; 1950 358; 1970 275; 2000 395. Anfang des 18. Jh. wurde eine heute verschollene Grabinschrift entdeckt. Zudem Spuren zweier röm. villae, von denen eine erforscht ist (Bau im 2. Viertel des 1. Jh., mit Badekomplex, um die Mitte des 3. Jh. aufgegeben), sowie eines Militärlagers. Mehrere Eisenhütten in der Gegend von C. Wahrscheinlich burgund. Grabstätten ausserhalb des Dorfes bei Vuichime. Die Abtei Lac de Joux - ursprünglich hiess sie Abtei Lac de C. - besass Rechte und Ländereien, die Schenkungen der Grandson, der Corbières und der Fam. von C. waren, sowie eine ab 1141 genannte Mühle für die Leute des Vallée de Joux. Auch das Priorat Romainmôtier und das Dominikanerkloster von Lausanne besassen mehrere Rechte. 1378 verkaufte Jaquet von C. der Abtei gewisse Feudalrechte und den Wald von Les Rueyres, 1439 traten das Priorat Romainmôtier und die Dominikaner von Lausanne ihre Rechte der Abtei ab. C. war Teil der Freiherrschaft La Sarraz, von der es 1583 abgetrennt wurde. 1602 erlangte Pierre de Gingins die Herrschaft C., 1678 ging sie an die Chandieu und nach 1707 an die Mestral von Arrufens über. Unter bern. Herrschaft gehörte C. zur Vogtei Romainmôtier. Die Gem. wurde von einem Zwölferrat verwaltet. Vom Schloss La Grange, das im 12. Jh. erbaut und 1928 weitgehend abgerissen wurde, besteht heute nur noch die Hauptfassade aus dem Jahr 1637. Die Kirche Saint-Didier ist schon 1001 bezeugt, die Pfarrei geht auf das Jahr 1228 zurück. Eine neue ref. Kirche wurde 1733-37 gebaut. C. ist eine landwirtschaftlich geprägte Gem. geblieben. 1968 wurde in einem 1692 gebauten und später stillgelegten Kanal eine Fischzuchtanstalt eingerichtet. An der Venoge werden mehrere Sägereien betrieben.

<b>Cuarnens</b><br>Pfarrhaus und Kirche, um 1830. Aquatinta von  Samuel Weibel (Privatsammlung, alle Rechte vorbehalten).<BR/>
Pfarrhaus und Kirche, um 1830. Aquatinta von Samuel Weibel (Privatsammlung, alle Rechte vorbehalten).
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Literatur
– H. Felka, F. Loi-Zedda, «La villa gallo-romaine de C.», in Etudes de lettres, Nr. 1, 1982, 49-75
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 252-254
– C. Martinet, L'abbaye Prémontrée du Lac de Joux, 1994

Autorin/Autor: Emmanuel Abetel / AA