Villars-le-Grand

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Broye-Vully, die 2011 mit Bellerive (VD), Chabrey, Constantine, Montmagny, Mur (VD) und Vallamand zur neuen Gemeinde Vully-les-Lacs fusionierte. 1246 Uilar, bis ins 18. Jh. auch Villars-en-Vully, dt. früher Grosswiler. 1550 35 Feuerstätten; 1764 333 Einw.; 1850 359; 1860 424; 1900 390; 1950 341; 2000 290. Bronzezeitl. Beil. V. befand sich an der Römerstrasse Yverdon-La Sauge. Es gehörte um 1000 dem Bf. von Sitten, kam 1250 an Peter II. von Savoyen. Als Teil der Herrschaft Cudrefin kam V. schliesslich zur bernischen Landvogtei Avenches. Es wurde von einem Zwölferrat verwaltet. 1505-1795 lagen V. und Chabrey im Streit um die gemeinsamen Weiden. V. gehörte 1798-1803 zum Freiburger Distrikt Avenches und 1803-2006 zum gleichnamigen Waadtländer Bezirk. Bis Ende des 20. Jh. war es nach Constantine kirchgenössig, ausser 1694-1845, als es eine eigene Kirchgemeinde bildete. Diese war schlecht dotiert und diente jungen Pfarrern als erste Stelle. Die vor 1342 errichtete Kapelle Saint-Laurent wurde 1690 durch die heutige, 1991-92 restaurierte Kirche ersetzt. Der Glockenturm mit Uhrwerk stammt von 1764. Bern verkaufte die Zehntscheune 1746 an den lokalen Notabeln Daniel de Sybourg, der sie in ein Herrenhaus mit einem Taubenschlag umbaute. Trotz der konfessionellen und der kantonalen Grenze arbeiteten V. und das freiburgische Les Friques, mit dem es inzwischen zusammengewachsen ist, nach dem Ancien Régime in verschiedenen Bereichen zusammen (Weiden, Entsumpfungskanäle, Vereine). Mitte des 20. Jh. verschwanden die Rebberge.


Literatur
– A. Bardet, Villars en Vully, 1983

Autorin/Autor: Gilbert Marion / ANS