No 4

Scheuber, Konrad

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geboren 1481 Wolfenschiessen, gestorben 5.3.1559 Wolfenschiessen, kath., von Wolfenschiessen. Sohn des Hensli, Bergbauern, und der Dorothea von Flüe. Enkel des Niklaus von Flüe. ∞ 1) um 1503 Verena Burch, 2) 1512/16 Margaretha Roth. S. beteiligte sich in jungen Jahren an Kriegszügen ins Tessin (1502 Bellinzona) und nach Italien (1512 Pavia). Ab 1507 tauchte sein Name in versch. Urkunden der Ürte und der Kirchgem. Wolfenschiessen auf. 1528 amtierte er als Kirchmeier, dann als Nidwaldner Landrat und Mitglied des Elfergerichts. In den Kappelerkriegen von 1529 und 1531 führte S. den Nidwaldner Harst als Rottmeister an. 1543 erstellte er als Landammann Urkunden, hatte das höchste Landesamt aber nur ein Jahr lang inne. Dem Vorbild seines Grossvaters folgend, zog er sich ab Herbst 1544 zuerst in den Ranft bei Sachseln zurück. 1547 wich er auf die Bettelrüti in der Nähe seines Heims auf Altzellen in Wolfenschiessen aus, wo er sich als Ratgeber sowohl für Räte und Richter wie auch für einfache Leute betätigte. So wurde er zu einer Art Landesvater, der bis heute verehrt wird. Zweimal wurde sein Leichnam umgebettet, bis er 1777 in der neuen Pfarrkirche von Wolfenschiessen in einem Sarkophag die letzte Ruhestätte fand. Seit 1867 ist die Klause des Eremiten neben der Kirche platziert, nachdem sie bereits 1586 von Melchior Lussi zu dessen sog. Hechhuis verlegt worden war. Obwohl S. nie selig gesprochen worden ist, entwickelte sich sein Grab zu einem oft besuchten Wallfahrtsort.


Literatur
– J.K. Scheuber, Bruder Konrad S. ab Altsellen, ein Ehren-würdiger Nidwaldner, 1481-1559, 1959
– K. Vokinger, Nidwalden, Land und Leute, 31966, 183-188
Jubiläum Kirche Wolfenschiessen, 1977, 74-81
– B. Flüeler, «Bruder Konrad S.», in Gfr. 136, 1983, 205-227

Autorin/Autor: Peter Steiner