No 6

Achermann, Johann Jakob

geboren 1665 Buochs,gestorben 12.12.1737 Buochs, kath., von Buochs. Sohn des Johann Franz ( -> 4) und der Marie Magdalena Leuw. Halbbruder von Johann Kaspar ( -> 7). ∞ Marie Genoveva Lussi, Tochter des Karl Josef. 1704-05 Nidwaldner Landesfähnrich des Rats, 1704, 1713 und 1720 Elfer (Richter), 1705-37 Rechnungsherr. 1706-37 Unterwaldner Landeshauptmann. 1712-22 Landesstatthalter, 1723, 1727, 1732 und 1736 Landammann von Nidwalden. Landvogt im Thurgau 1708, in Locarno 1716, im Rheintal 1724-25. Ritter des St.-Ludwigsordens, Hauptmann in franz. Diensten.

Als Landvogt im Thurgau provozierte A. 1708 eine Kraftprobe mit Zürich, der Schirmherrin von Stein am Rhein. Während des Toggenburgerkriegs 1712 wirkte er als Kriegsrat der kath. Stände. Dem Friedensvorschlag der ref. Stände begegnete er mit einem namentl. von Luzern nicht gewünschten Auszug von 300 Freiwilligen, deren "Sieg von Sins" er mit dem Bau der Loretokapelle (1713) auf Ennerberg (Gem. Buochs) feierte. Zur Besänftigung des aufgebrachten Luzern betrieb A. nach der Niederlage im 2. Villmergerkrieg autoritär die Elimination der aussenpolit. Mitgestaltungsrechte der Nidwaldner Landsgem., doch hatte die erzwungene Verfassungsrevision nur 1713-14 Bestand. A. büsste sein Engagement mit der vorläufigen Missachtung seiner Anwartschaft auf das Amt des Landammanns. Mit zunehmendem Alter besonnener geworden, gelang ihm 1720 die Vermittlung in einem landesweiten Schulstreit und 1723 -- bereits 58-jährig -- endl. die Erringung der Landammannwürde.


Literatur
– H. Achermann, O. Baumgartner, Buochs in Wort und Bild, 1994, 23

Autorin/Autor: Peter Steiner