• <b>Wilhelm Weitling</b><br>Verteidigungsschrift von  Sebastian Seiler,   1843 (Zentralbibliothek Zürich). Nach Wilhelm Weitlings Verhaftung in Zürich 1843 veröffentlichte sein Gesinnungsgenosse Sebastian Seiler eine Rechtfertigung. Bereits die Ankündigung der Broschüre löste eine Zensurmassnahme des Walliser Staatsrats aus. Der Verleger der Schrift war Samuel Friedrich Jenni in Bern, der 1845 auch Weitlings "Evangelium eines armen Sünders" herausgab.

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Weitling, Wilhelm

geboren 5.10.1808 Magdeburg, gestorben 25.1.1871 New York, Deutscher. Sohn des Guillaume Terijon und der Christiane Weidlingen. ∞ 1854 Karoline Tödt. Als unehel. Sohn eines auf dem Russlandfeldzug verschollenen franz. Offiziers wuchs W. bei seiner Mutter in Magdeburg auf, besuchte dort die Bürgerschule und absolvierte eine Lehre als Damenschneider. 1826 begab er sich auf Wanderschaft. 1835-41 lebte W. überwiegend in Paris, schloss sich dem Bund der Geächteten an und trat 1838 dem von Handwerksgesellen gegr. Bund der Gerechten bei, für den er im gleichen Jahr die Programmschrift "Die Menschheit, wie sie ist und wie sie sein sollte" (dt. 1845) auf Französisch verfasste. 1841 kam W. mit dem Auftrag, den Kommunismus unter den dt. Handwerkern zu verbreiten, in die Schweiz. Hier gründete er Kostanstalten für Handwerksgesellen und gab 1841-43 eine Zeitschrift heraus, die aufgrund polizeil. Verfolgung Titel und v.a. Druckort (Genf, Bern, Vevey, Langenthal) mehrmals wechselte. 1842 erschien in Vevey sein Werk "Garantien der Harmonie und Freiheit", in der W. seine Vorstellung einer gerechten Gesellschaft umriss. Als er 1843 seine Schrift "Das Evangelium eines armen Sünders" in Zürich publizieren wollte, wurde er wegen kommunist. Umtriebe verhaftet und vom Kriminalgericht verurteilt; die Druckfahnen wurden beim Drucker Johann Friedrich Hess konfisziert. August Becker veröffentlichte Ende 1843 eine franz. Übersetzung, und nach der Ausweisung W.s aus der Schweiz 1844 publizierten Freunde W.s 1845 eine dt. Ausgabe bei Samuel Friedrich Jenni in Bern. Nach seiner Verhaftung verlor W. seinen Einfluss auf die jungdt. Handwerkervereine. 1845 unterband das Kommunistenverbot in den Kt. Neuenburg und Waadt die Agitation in der Westschweiz. Nach den Stationen in London, wo W. 1846 Karl Marx und Friedrich Engels kennenlernte und sich dem Bund der Kommunisten anschloss, New York 1847 und Deutschland 1848 siedelte er 1849 in die USA über.

<b>Wilhelm Weitling</b><br>Verteidigungsschrift von  Sebastian Seiler,   1843 (Zentralbibliothek Zürich).<BR/>Nach Wilhelm Weitlings Verhaftung in Zürich 1843 veröffentlichte sein Gesinnungsgenosse Sebastian Seiler eine Rechtfertigung. Bereits die Ankündigung der Broschüre löste eine Zensurmassnahme des Walliser Staatsrats aus. Der Verleger der Schrift war Samuel Friedrich Jenni in Bern, der 1845 auch Weitlings "Evangelium eines armen Sünders" herausgab.<BR/>
Verteidigungsschrift von Sebastian Seiler, 1843 (Zentralbibliothek Zürich).
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Archive
– StAZH, W.-Papiere
Literatur
– G.M. Bravo, Wilhelm W. e il comunismo tedesco prima del Quarantotto, 1963
– A. Gerlach, Dt. Literatur im Schweizer Exil, 1975, 165-248
– Gruner, Arbeiter
– J. Häfelin, Die Kommunisten in der Schweiz nach den bei W. vorgefundenen Papieren, 1986
– W. Knatz, Wilhelm W., 1989

Autorin/Autor: Hermann Wichers