Constantine

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Broye-Vully, seit 2011 mit Bellerive (VD), Chabrey, Montmagny, Mur (VD), Vallamand und Villars-le-Grand Teil der Gemeinde Vully-les-Lacs. Auf dem südlichen Ausläufer des Mont Vully gelegen. C. umfasste das gleichnamige Dorf und den südlichen Teil von Salavaux. 1228 Costantina. 1550 24 Haushalte; 1764 328 Einw. (mit Montmagny); 1803 162; 1850 193; 1870 212; 1900 189; 1950 208; 1970 184; 2000 280. An der Römerstrasse am Mont Vully. C. und Montmagny bildeten in der frühen Neuzeit und bis zur Aufteilung 1811 eine einzige Gemeinde. Das Lehen Charbuens, das der Bischof von Sitten im 13. Jh. Peter II. von Savoyen verkauft hatte, war Teil des Gebiets von C. Damals wurde C. der Kastlanei Cudrefin angeschlossen. 1382 gewährte Wilhelm von Grandson den Dorfgenossen von C. den Flurbann und Weiderechte. Zur Zeit der bernischen Vogtei Avenches (ab 1536) stand der Gemeinde ein Zwölferrat vor. In C. befand sich die Gerichtsstätte des Meieramts Cudrefin. 1798-1803 gehörte C. zum freiburgischen Distrikt Avenches, danach bis 2006 zum gleichnamigen Bezirk. Unter der dem hl. Martin geweihten Kirche kamen Gräber des 11. Jh. zum Vorschein. Abraham Dünz der Ältere renovierte 1668-71 das Pfarrhaus, 1675-80 die Kirche. Seit 1536 schliesst die Pfarrei Chabrey, Montmagny und (ausser 1695-1845) Villars-le-Grand ein. Handwerker und Kleinbetriebe, u.a. eine Getreidemühle in Salavaux, bestimmen die Wirtschaftsstruktur. Das Schloss C., im 17. Jh. im Besitz der Familie de Pury, beherbergt seit 1919 ein Ferien- und Erholungsheim.


Autorin/Autor: Gilbert Marion / KMG