Chabrey

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Broye-Vully, seit 2011 mit Bellerive (VD), Constantine, Montmagny, Mur (VD), Vallamand und Villars-le-Grand Teil der Gemeinde Vully-les-Lacs. Dorf am Ufer des Neuenburgersees. 1343 Charbrey. 1764 183 Einw.; 1798 208; 1850 283; 1900 222; 1950 177; 1970 136; 2000 198. Pfahlbauten bei Montbec, Standort zweier bedeutender bronzezeitl. Siedlungsplätze (1905 entdeckt). Darüber erhebt sich auf einem Felssporn ein mittelalterlicher Turm, das sog. Schloss Montbec. Das Dorf war im Besitz des Bischofs von Sitten. Es gehörte ab 1246 zur savoy. Kastlanei Cudrefin, 1536-2006 zur Landvogtei Avenches und bis 2006 zum gleichnamigen Bezirk. Im 15. Jh. bildeten C. und Villars-le-Grand eine Gemeinde; ein Zwölferrat im 16. Jh. bezeichnete den Beginn der Selbstständigkeit. Ab 1680 bestand eine Schule. Um Weideflächen trugen C. und Villars-le-Grand zahlreiche Konflikte aus. Die Gemeinde besass noch zu Beginn des 21. Jh. Land in Villars-le-Grand. Kirchlich gehört C. zu Constantine. Die Bevölkerung setzt sich mehrheitlich aus Arbeitern und Angestellten, einigen Bauern, Handwerkern und Selbstständigen zusammen. Am Seeufer ausserhalb des Dorfs dominieren stattliche Wohnhäuser.


Literatur
– A. Bardet, Villars en Vully, mon village, 1983

Autorin/Autor: Gilbert Marion / KMG