Saubraz

Polit. Gem. VD, Bez. Morges, am Jurafuss, unweit der Strasse über den Col du Marchairuz gelegen. 13. Jh. de Salubra, 1251 Saubra. 1798 154 Einw.; 1850 290; 1900 267; 1950 198; 1980 210; 2000 198. Latènezeitl. Gräber, Reste einer röm. Siedlung. Im Rathaus von Bière wird eine röm. Weiheinschrift aus S. aufbewahrt. Im MA besassen die Herren von Aubonne, das Kloster Romainmôtier und die Abtei Bonmont Güter in S. 1237 war die Pfarrkirche Sainte-Foy der Abtei Lac de Joux unterstellt, 1251 brannte sie nieder. Die Pfarrei S. wurde Ende des 15. Jh. jener von Gimel angegliedert, die Pfarrkirche blieb jedoch bis Ende des 19. Jh. bestehen. Das zwischen 1493 und 1497 von Arthaud de Mestrals Sohn Jean geschaffene Lehen S. ging im 17. Jh. an die d'Allinges über. Unter bern. Herrschaft gehörte S. 1536-1701 zur Freiherrschaft, 1701-98 zur Vogtei Aubonne. 1798-2006 war es Teil des gleichnamigen Bezirks. Die 1888 gegr. Molkereigenossenschaft bestand zu Beginn des 21. Jh. noch. 1998 wurde ein Zonenplan erstellt. 2005 stellte der 1. Sektor in der landwirtschaftlich geprägten Gem. noch 34% der Arbeitsplätze, doch hatte ihre Umwandlung zur Wohngem. bereits begonnen.


Literatur
– O. Dessemontet, «Le fief Mestral-d'Allinges à S.», in RHV, 1961, 49-78
– «Chronique archéologique», in RHV, 1983, 200 und Abb. 10

Autorin/Autor: Germain Hausmann / ANS