Marchissy

Polit. Gem. VD, Bez. Nyon. Haufendorf am Jurafuss, an einer der Strassen zum Col du Marchairuz gelegen. 1235 Marchisie. 1764 224 Einw.; 1850 278; 1900 280; 1950 234; 1980 194; 2000 348. Vereinzelte Funde stammen aus der Römerzeit. Nach einem Gütertausch lagen 1359 die meisten Rechte bei den Herren von Aubonne. 1701-98 war M. Teil der Landvogtei Aubonne, 1798-2006 des gleichnamigen Bezirks. Das Dorf gehörte zur Pfarrei Burtigny (1518 Nikolauskapelle) und wurde 1667 der Pfarrei Longirod zugeteilt. Im 14. Jh. waren die seit 1251 bezeugten Bewohner M.s zinspflichtig. Sie gelangten gemeinsam mit den benachbarten Gem. in den Besitz ausgedehnter Weiden auf den Jurahöhen. Bis ins 17. Jh. prägte die Fixierung der Allmend- und Weiderechte die Geschichte des Dorfs. 1888 wurde eine Käsereigenossenschaft gebildet. Die Wälder blieben lange die Haupteinnahmequelle der Gemeinde. M. bewahrte bis zu Beginn des 21. Jh. seinen landwirtschaftl. Charakter (zehn Bauernbetriebe 2000). Die Gem. wurde 1974 an die Kläranlage angeschlossen und erstellte 1979 einen Zonenplan.


Literatur
Longirod: 1788-1988, 1988

Autorin/Autor: Germain Hausmann / PTO