• <b>Gimel</b><br>Kirche und Pfarrhaus, um 1828. Kolorierte Aquatinta von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).

Gimel

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Aubonne. Dorf am Jurafuss, an der Strasse zum Col du Marchairuz. 979-993 Gemella. 1764 421 Einw.; 1850 820; 1900 797; 1950 1'028; 2000 1'449. Schalensteine, Spuren aus der Bronzezeit, Gräber der Latènezeit, röm. Spuren, frühma. Gräberfeld in Bauloz. Die Abteien von Saint-Maurice und Romainmôtier besassen im 10. Jh. bzw. im 11.-16. Jh. Güter in G. Im MA unterstand G. der Herrschaft Aubonne und trug ab dem 14. Jh. wiederholt Konflikte wegen seiner Weiderechte in den Jurabergen aus. Ab 1322 ist eine Heiliggeistbruderschaft bezeugt. 1536-1798 der bern. Vogtei Aubonne zugeordnet, besass G. einen Gerichtshof. Ende des 18. Jh. wurden der Gem. zwei Viehmärkte bewilligt. Die Kirche Saint-Pierre (aus dem 12. Jh., völliger Umbau im 17. Jh.) umfasste vor 1285 die Filialkirche von Saint-Oyens. Nach der Reformation gehörten der Kirchgem. G. Saubraz, Mont-sur-Rolle (bis 1621), Essertine-sur-Rolle (bis 1837) und Saint-Oyens an. Das angrenzende Pfarrhaus mit ma. Bausubstanz wurde 1956 renoviert. Dank einer alkal. Quelle entwickelte sich G. im 19. Jh. zu einem Sommerkurort. Zwei Eisenbahnlinien, aus Allaman und Rolle kommend, führten dorthin. Das ehem. Badehotel machte einem psychogeriatr. Krankenhaus Platz. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf (Viehwirtschaft) wandelte sich in jüngster Zeit zur Wohngemeinde.

<b>Gimel</b><br>Kirche und Pfarrhaus, um 1828. Kolorierte Aquatinta von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).<BR/>
Kirche und Pfarrhaus, um 1828. Kolorierte Aquatinta von Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).
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Literatur
– M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 21987
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988

Autorin/Autor: Germain Hausmann / GL