Rogg

1588 mit dem Seiler Ulrich aus Isny (Allgäu) nach Frauenfeld eingewanderte kath. Familie von Gastwirten, die dort mit Ulrichs Sohn Johann Konrad eingebürgert wurde und um 1900 im Mannesstamm ausstarb. Der erw. Johann Konrad erwarb 1633 den Gasthof Krone, vor dem ab 1803 der Postkurs Schaffhausen-St. Gallen Station machte und der bis 1833 im Familienbesitz verblieb. 1790 übernahm Johann Laurenz, Besitzer und Gastwirt Zum Kreuz, die Frauenfelder Postkommissionsstelle für die Route Zürich-Konstanz. Die Fam. stellte 1679 mit Johann Konrad ( -> 2) ihren ersten Schultheissen in Frauenfeld. 1695-1727 folgten ihm sein gleichnamiger Sohn (gestorben 1727), 1740-64 Franz Joseph Anton (1707-64), 1765-93 Johann Niklaus Maximin (1741-1821) und 1795-97 Placidus ( -> 3), der auch Regierungsrat war und 1815 in diesem Amt von Dominik ( -> 1) abgelöst wurde. Weitere städt. Ämter besetzten die R. etwa als Ratsmitglieder, Richter oder Schreiber. Durch eine geschickte Heiratspolitik, die u.a. zu Verbindungen mit den Locher und Reding führte, bauten sie ihre Position aus: Zu Landrichtern wurden z.B. Jakob Karl (1657-1725), Johann Baptist (1683-1742) und Bonaventura (1709-97) ernannt. 1711-30 waren Franz Konrad (1671-1730), 1730-55 Konrad (1681-1755) sowie 1788-98 der bereits erw. Placidus Landweibel in der Landgrafschaft Thurgau und 1734 wurde der spätere Schultheiss Franz Joseph Anton Substitut des Landschreibers. Einige Familienmitglieder wählten die geistl. Laufbahn und waren insbesondere in Frauenfeld tätig, so Karl Leonz (1658-1732), der 1694-1732 Kaplan der kath. Lateinschule war. Als Pfarrer wirkten Kaspar Maximin (1788-1866) in Diessenhofen und Frauenfeld sowie Johann Baptist (1806-49) in Warth und Sommeri. Andere studierten Medizin, etwa Karl Joseph, der 1698 in Padua promovierte und Gerold Bernhard Anton (1720-92), der 1752 in Neapel den Doktortitel erlangte.


Literatur
– E. Leisi, Gesch. von Frauenfeld, 1946, 128
– A. Hux, Von der Lateinschule zur Oberstufe, 2002
– A. Hux, Die kath. Pfarrei Frauenfeld vom MA bis zur Gegenwart, 2004

Autorin/Autor: Erich Trösch