Muntprat von Spiegelberg [Mundprat]

Konstanz. Patrizier und Fernhändler lombard. Herkunft (Kawertschen). Lütfried (gestorben 1447) beteiligte sich ab 1410 an der Ravensburger Handelsgesellschaft, sass 1431-47 im Kl. Rat und war 1443 Bürgermeister in Konstanz. Die M. besassen 1419-39 mit Altenklingen erstmals eine Gerichtsherrschaft. Zeitweise hatten sie dann neben der Herrschaft Spiegelberg (1464-1582) u.a. die Burg Rosenberg (ab 1423), die Herrschaften Salenstein (1440), Lommis (1457), halb Weinfelden (1474), Zuckenriet (1478) und die halbe Vogtei Eggen (1505) inne. Ihre Rechte an Eggen tauschten sie 1542 gegen die übrigen von Weinfelden ein. Als Besitzer versch. Gerichte integrierten sich die M. im Thurgau, traten als Vertreter der Gerichtsherren auf und beteiligten sich an eidg. Kriegszügen. In der Reformation blieben sie mehrheitlich altgläubig. 1549-73 war Hans, der 1550 von Ks. Karl V. in den Reichsadelstand erhoben wurde, Verwalter der konstanz. Hauptmannschaft. 1582 verkauften die Erben von Ludwig die letzte Herrschaft im Thurgau (Spiegelberg).


Literatur
– W. Warth, «Die M. und die Eidgenossenschaft», in Bodensee-H. 1, 1991, 43-47
– B. Giger, Gerichtsherren, Gerichtsherrschaften, Gerichtsherrenstand im Thurgau vom Ausgang des SpätMA bis in die frühe Neuzeit, 1993

Autorin/Autor: Erich Trösch