Reding [von Reding, Reding von Biberegg]

Altes Landleutegeschlecht von Schwyz, Arther Viertel, heute Bürger von Schwyz und Arth, später u.a. von Luzern (1556) und von Näfels (1692). Nach der Familienüberlieferung stammen die R. von Biberegg bei Rothenthurm, wo Ital der Jüngere noch 1447 das geerbte Grossgut zum Steinhaus besass. Nur Rudolf der Alte (13. Jh.) wird jedoch von dort erwähnt. Die bei späteren Adelsverleihungen dem Namen beigestellte Herkunftsbezeichnung wird von den Familienmitgliedern z.T. bis heute verwendet; erst nach 1848 wurde das Prädikat "von" zum Namensbestandteil der dazu Berechtigten. In Biberegg stiftete Wolfgang Dietrich ( -> 50) die 1679 angeblich auf den Mauern eines ehem. Redingschlosses erbaute Familienkapelle mit.

Einer der frühesten R. ist Werner, 1309-11 Anführer der Schwyzer im Marchenstreit mit dem Kloster Einsiedeln. Rudolf erscheint 1378-95 als Schiedsrichter und Zeuge und 1400 mit weiteren R. als Bittsteller für einen Ablassbrief zugunsten der Kirche Sattel. Hektor, Vater des Ital des Älteren ( -> 20), war um 1408-11 Landammann zu Schwyz. Bis gegen Ende des 15. Jh. ist Sattel als Wohnsitz der R. gesichert, wobei der Zeitpunkt der Übersiedlung anderer R. nach Arth und Oberarth unklar bleibt. Heinrich ( -> 15) ist der Stammvater der heute noch lebenden R. Dessen Sohn Johannes (um 1500-62) begründete den Arther, der andere Sohn Georg ( -> 13) den Schwyzer Zweig. Im 15. Jh. erlangte das Geschlecht, v.a. mit Ital dem Älteren, in schwyzer. und eidg. Angelegenheiten eine starke Machtstellung und blieb bis Anfang des 20. Jh. in Schwyz politisch von Gewicht. Es stellte u.a. über 20 Landammänner. Im 16. und 17. Jh. wirkten R. als Landvögte und Landesobersten im Toggenburg, von 1630 bis 1798 bekleideten sie das Amt eines eidg. Landschreibers im Thurgau. Wichtig für den weiteren sozialen und wirtschaftl. Aufstieg wurden die Fremden Dienste, wobei Rudolf ( -> 44) eine Schlüsselstellung zukam. Mehrere hundert R. standen als Offiziere bis zu den Rängen eines Generalleutnants und Generalkapitäns im Feld, die meisten in franz. und span., aber auch in savoy., neapolitan. und anderen Diensten. Neben dem umfangreichen Grundbesitz erlaubten die Einnahmen aus dem Solddienst den Bau von stattl. Häusern v.a. in Schwyz, u.a. das Grosshaus im Brüel, erbaut 1604 von Heinrich ( -> 16), das Ital-Reding-Haus, erbaut 1609 von Ital ( -> 22), und das Redinghaus an der Schmiedgasse, begonnen 1610 von Rudolf ( -> 45), beendet 1617. Die Fremden Dienste rückten andererseits die Fam. oft in turbulente innenpolit. Spannungsfelder (z.B. den Harten- und Lindenhandel) oder führten, wie im Fall von Josef Karl ( -> 31), zuweilen zum Ruin einzelner Familien. Dem geistl. Stand gehörten fast 100 R. an, davon 17 als Pfarrherren im Kt. Schwyz. Augustin ( -> 4) war Abt des Klosters Einsiedeln, Heinrich Franz (1650-1702) Propst des Chorherrenstifts Zurzach. Die Fam. hat sich stets der Interessen der kath. Kirche angenommen, v.a. in den Religionskriegen und zur Zeit der Gegenreformation. Heiratsverbindungen bestanden mit allen angesehenen Geschlechtern in Schwyz, aber auch mit zahlreichen auswärtigen Adels- und Patrizierfamilien.


Archive
– StASZ, FamA
Literatur
– J.D. von Reding, Obervogtchronik, 2 Bde., Ms., (StASZ, FamA 23)
– J.B. Kälin, «Die Landammänner des Landes Schwyz», in Gfr. 32, 1877, 108-132
– J.B. Kälin, «Zur ältesten Familiengesch. der R.», in MHVS 10, 1897, 267-273
– J.B. Kälin, «Verz. der Landammänner, Nachträge und Berichtigungen», in MHVS 27, 1918, 1-38
– J.J. Kubly-Müller, Familienbuch R., Ms., 1927, (StASZ, FamA 23)
– M. Styger, Wappenbuch des Kt. Schwyz, hg. von P. Styger, 1936, 43-59
– J.T. Fassbind Schwyzer Gesch., 3 Bde., hg. von A. Dettling, 2005
– J. Wiget, Von Haudegen und Staatsmännern, 2007

Autorin/Autor: Franz Auf der Maur, Josef Wiget