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Yvorne

Polit. Gem. VD, Bez. Aigle, die das Dorf Y. und die Weiler Versvey, Vers-Morey und Vers-Monthey umfasst. Zwischen 1025 und 1030 Evurna. 1313 29 Feuerstellen in Y. und 8 in Vers-Monthey; 1764 464 Einw.; 1798 542; 1850 744; 1900 872; 1950 772; 2000 962. Nekropole aus der Bronzezeit, röm. Strasse in der Rhoneebene, zwei röm. Meilensteine (47 n.Chr. und aus der Zeit Ks. Konstantins), frühma. Gräber. Die Abtei Saint-Maurice besass ab dem 12. Jh. in Zusammenhang mit dem von Abt Rodolphe (1153-68) gegr. Klosterhof in Ollon in Y. Güter und Rechte. Bern schlug Y., das zum savoy. Chablais gehört hatte, 1475 dem Gouvernement Aigle zu. 1798 kam das Dorf zum Bez. Aigle. 1584 zerstörte ein Bergsturz eine Grossteil der Häuser; diese wurden erst 1607-08 weiter östlich wieder aufgebaut. Ein Weinberg wurde auf Schwemmland angelegt (daher dessen Dialektbezeichnung L'Ovaille). Das Maison Blanche, das Anton von Erlach 1573 errichtete und 1609 umbaute, diente den Gouverneuren von Aigle als Sommerresidenz. Später gelangte es in den Besitz der Fam. Sinner. Y. war bis 1828 nach Aigle kirchgenössig. Zwischen 1833 und 1845 verselbstständigte es sich zur eigenen Kirchgemeinde, der auch Roche angegliedert war sowie 1862-1936 Corbeyrier. 1838 baute es die Kirche. 1909 wurde zwischen Y. und Aigle eine neue Strasse gebaut. Die A9 (Raststätte Chablais) wurde 1981 eröffnet. Y. bewahrte seinen Charakter als Weindorf; in der Ebene wird Getreide- und Gartenbau betrieben.


Literatur
– E. Mottaz, «La destruction de Corbeyrier et d'Y. en 1584», in RHV, 1929, 249-253
– F. Mottas, «Milliaires et vestiges des voies romaines du canton de Vaud», in ArS 3, 1980, 154-168
150 ans de vie paroissale, [1988]
– O. Meier, Ecroulement rocheux de Luan et lave torrentielle d'Y. (VD): 1584, Diplomarbeit Genf, 2004

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / PTO