14/04/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Dotzigen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Büren. Dorf am Westfuss des Dotzigenbergs und am rechten Ufer der Alten Aare. 1182 Tocingen. 1764 115 Einw.; 1850 250; 1900 446; 1950 793; 2000 1'391. Belege früher Besiedlung sind sechs hallstattzeitl. Grabhügel auf dem Dotzigenberg, röm. Siedlungsspuren im Dorfkern, und ein ma. Quellfassungsstollen (Pintenbrunnen-Bangerterhaus). Mit der Herrschaft Strassberg kam D. 1393 an Bern und zum Niedergericht Diessbach in der Landvogtei (ab 1803 Oberamt) Büren. Der Kirchensatz der 1242 erw. Mauritiuskirche gelangte durch Schenkung 1336 von der Herrschaft Strassberg an das Kloster Gottstatt. Die Pfarrei wurde von Bern nach der Reformation 1531 aufgehoben. D. kam zur Kirche Büren, später zu Diessbach. Die Einwohner des Dorfes an der Landstrasse Büren-Aarberg betrieben Acker- und Rebbau sowie Fuhrhalterei. Die Juragewässerkorrektionen befreiten D. von Hochwassern und kostspieliger Aarewehr. 1943-59 fanden eine Melioration und eine Güterzusammenlegung statt. Der Anschluss an die Solothurn-Lyss-Bahn 1876 leitete die gewerbl.-industrielle Entwicklung ein (Brennerei 1888, Ziegelei 1891, Parketterie-Möbelfabrik 1898). In D. stehen u.a. eine Zulieferfirma für landwirtschaftl. Genossenschaften und eine Metallgiesserei. 2000 pendelten gut zwei Drittel der Erwerbstätigen, v.a. nach Biel, Lyss und Grenchen. Quartiere sind in der einst überschwemmten Ebene und im Rebgelände entstanden. Die Sekundarschule dient dem Schulverband Oberes Bürenamt (D., Büetigen, Busswil und Diessbach bei Büren 1969). Das historist. Schlössli (Privatbesitz) wurde 1898 vom Ziegelfabrikanten Johann Schaller erbaut.


Literatur
– K. Aerni et al., D., 1982
– C. Kessler Loertscher, Bauinventar der Gem. D., 2000

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler