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Roche (VD)

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Polit. Gem. VD, Bez. Aigle, in der Rhoneebene am Fuss des Mont d'Arvel und am Ufer der Eau Froide gelegen. 1177 Rochi. 1764 248 Einw.; 1850 351; 1900 528; 1950 744; 2000 894. Überreste der röm. Strasse von Vevey auf den Gr. St. Bernhard. Den Mönchen von Mont-Joux gehörten in R. die 1177 erstmals erw. Kapelle Saint-Jacques und ein Spital, das mit einer klösterl. Eigenwirtschaft und einer Pferdestallung bis 1853 im Besitz des Gr. St. Bernhards blieb. Andere Lehen kaufte Bern nach der Eroberung von 1475. 1484-1798 war R. Teil der Herrschaft (Gouvernement) Aigle. Das Dorf wurde von einem Zwölferrat verwaltet. R. war zunächst nach Corb, später nach Noville pfarrgenössig (Dekanat Monthey in der Diözese Sitten). Auch nach der Reformation gehörte R. zunächst zu Noville, ab 1582 als Filiale bzw. ab 1728 als Vikariat. Ab 1833 bildete es eine Filiale von Yvorne. Die heutige Kirche wurde um 1838 in einem ehem. Salzlager erbaut. 1933 wurde die kath. Pfarrei mit der Kirche Nativité de la Sainte Vierge errichtet. Der Salzabbau begann Ende des 16. Jh. 1695 liess Bern die Triftklause Joux-Verte bauen, um Holz zu flössen, das zum Eindampfen der Sole benötigt wurde. In R. befanden sich bis 1798 Salzlager der Salinen von Aigle und Bex. Die Direktoren der Salinen, darunter Albrecht von Haller, wohnten in R. Ende des 19. Jh. wurde die Eau Froide verbaut, um Überschwemmungen zu verhindern. Im Lauf des 19. Jh. entwickelte sich der Abbau von Kalkstein an der Eau Froide mit ersten Kalköfen. 1896-2000 war ein Zementwerk in Betrieb. Nach einer Fusion 1941 war die Société des chaux et ciments de la Suisse romande einzige Inhaberin der Fabrik, die bis zur Werkschliessung einen Grossteil der Bevölkerung beschäftigte (1992 in die Holderbank Cement und Beton AG integriert). Seit den 1980er Jahren lassen sich im östl. Teil von R. Werkstätten und Grossmärkte nieder. Die ehem. Grangie beherbergt seit 1983 das Schweiz. Orgelmuseum.


Archive
– ACV, Archiv Kdm VD
Literatur
– A. Hahling, D. Ruchet, Z.Z. des Holzflössens auf der Eau-Froide (VD), 1985
– C. Kraege et al., R., 1991

Autorin/Autor: Elisabeth Salvi / GL