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Rennaz

Polit. Gem. VD, Bez. Aigle, in der Rhoneebene gelegen. 1252 ad villam de rayna. 1798 129 Einw.; 1850 161; 1900 167; 1950 227; 2000 565. Meilenstein von 305/306 n.Chr. in Grange des Tille, röm. Siedlungsspuren. 1252 wurde R. von Gf. Amadeus IV. von Savoyen dem Stadtrecht von Villeneuve (VD) unterstellt. Unter bern. Herrschaft 1476-1798 gehörte R. zum Gouvernement und Mandement Aigle in der Kastlanei Noville. 1798 ging es an den Distrikt Aigle über, bildete 1799-1803 eine Munizipalität und war Sitz der Gemeindekammer. R., Villeneuve, Noville und dessen Weiler Crebelley nutzten die Allmend (Wald und Weide) gemeinsam. R. trennte sich von Noville und wurde 1834 zur eigenständigen Gem. erhoben. Ab 1840 erfolgte die Teilung der Allmend. Das Schloss Grand Clos, das als Festung der de Duin von Bex erbaut worden war, befand sich zu Beginn des 15. Jh. im Besitz der Fam. Bouvier. Nach der Verschwörung unter Isbrand Daux nahmen die Berner 1589 das Schloss ein und verkauften es; es wechselte noch mehrmals den Besitzer und wurde 1765 nach Plänen von François Franque neu gebaut. R., das 1902 eine Kirche erstellen liess, gehört zur Pfarrei Noville. 1835 erhielt es eine Schule und um 1840 eine Molkerei. 1961-70 betrieb es einen Flugplatz. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf wuchs mit der Eröffnung der Autobahn A9 von den 1980er Jahren an zu einer Wohngemeinde mit Industrie- und Geschäftszonen heran. 2000 gingen drei Viertel der Beschäftigten einer Arbeit ausserhalb der Gem. nach.


Literatur
– C. Thévenaz, Ecrire pour gérer, 1999
– F. Baatard et al., Noville & R., 2004

Autorin/Autor: Liliane Desponds / ANS