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Ormont-Dessus

Polit. Gem. VD, Bez. Aigle, im oberen Teil des Tals der Grande-Eau gelegen. Die Gem. umfasst nebst O. den Hauptort Vers-l'Eglise sowie verstreute Einzelhöfe. 1200 Ormont, dt. früher Ormund. 1850 935 Einw.; 1900 1'092; 1950 994; 1980 1'000; 2000 1'307. Im MA besassen savoy. Ministerialen, die Herren von Saillon, die Herrschaftsrechte über einen Teil von O. 1277 verliehen sie O., genannt Joria de Hormont, Freiheitsrechte. Während des Ancien Régime gehörte O. 1475-1798 zum Mandement Les Ormonts. Die Gem. war in die drei Verwaltungseinheiten Seyte-d'Enbas (Rosé), Seyte-du-Milieu (Vers-L'Eglise) et Seyte-d'Enhaut (Les Diablerets) unterteilt. An Stelle einer 1396 bezeugten Kultstätte wurde Mitte des 15. Jh. die Kapelle Saint-Théodule gebaut, die bis zur Reformation eine Filialkirche der Kirche von Cergnat (Gem. Ormont-Dessous) war und danach eigenständig wurde. 1852 wurde eine Kapelle der Eglise libre errichtet, 1881 eine engl. Kapelle und 1902 eine kath. Kirche. Die Alphütten (Chalets) der Alpkorporationen am Pic Chaussy aus dem 17. und 18. Jh. existierten noch zu Beginn des 21. Jh. 1749, 1793, 1923 und 1984 gingen in diesem Gebiet verheerende Lawinen nieder. Im 19. Jh. war die Wirtschaft auf Viehzucht, Vieh- und Holzhandel ausgerichtet. Der Bau des Grandhotels Les Diablerets 1856 auf dem Plan des Isles stand am Beginn der tourist. Erschliessung der Region. 1888 wurde der Verschönerungs- und gemeinnützige Verein von O. gegründet. Zu Beginn des 21. Jh. ging die Alpwirtschaft zurück (2008 21 Betrieben). 2005 stellte der 3. Sektor, v.a. der Tourismus, ca. 72% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– M.R. Geissbühler et al., Les Diablerets, Vers-L'Eglise, O., 1989
– P. Anex et al., La vallée des Ormonts, 1994

Autorin/Autor: Mary-Claude Busset-Henchoz / ASCH