07/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Noville

Polit. Gem. VD, Bez. Aigle. N. umfasst das gleichnamige Dorf und den Weiler Crebelley, beide auf leichten Erhebungen in der Flussebene am rechten Ufer der Rhonemündung gelegen. Da die Namen N. und Villeneuve (Villa Nova) sehr ähnlich sind, ist es schwierig, N. zu identifizieren. 903 Nova villa, 1162/1173 Nouila. 1798 207 Einw.; 1850 376; 1900 415; 1950 467; 1980 427; 2000 647. Ein frühma. Gräberfeld wurde in Crebelley entdeckt. Im MA hatten die Abtei Saint-Maurice und versch. weitere Herren Ländereien in N., das unter der weltl. Herrschaft der Kastlanei Chillon und der geistl. Herrschaft des Bistums Sitten stand. Unter Berner Herrschaft (1476-1798) gehörte N. zur Vogtei und zum Mandement Aigle (Kastlanei mit Rennaz und Roche), ab 1798 zum Bez. Aigle. Die dem Hl. Mauritius geweihte und 1177 bezeugte Pfarrkirche unterstand den Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard. 1309 ist eine Heiliggeistbruderschaft bezeugt. Spätestens ab dem 13. Jh. teilten sich N., Villeneuve, Rennaz und Crebelley gewisse Wald- und Weidenutzungsrechte. 1809 wurden die Güter aufgeteilt, die N. mit Villeneuve gemein gehabt hatte, 1840, 1877, 1905 und 1992 jene, die es mit Rennaz besessen hatte. Wegen Überschwemmungen durch den Hochwasser führenden See und die mäandrierende Rhone musste der Fluss im 19. Jh. eingedämmt werden. 1840-50 erfolgte der Bau des Grand Canal, was die Anbaufläche (Tabak, Gemüse) vergrösserte. 2000 wurden in N. noch 25 Landwirtschaftsbetriebe gezählt. Die 1947 gegr. Milchgenossenschaft wurde 2008 aufgelöst. Ab den 1980er Jahren entwickelte sich N. zur Wohngemeinde. 2000 waren mehr als drei Fünftel der Erwerbstätigen Pendler. Les Grangettes figuriert im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung sowie in den Inventaren der Moorlandschaften und Auengebiete.


Literatur
– F. Baatard et al., N. & Rennaz, 2004

Autorin/Autor: Liliane Desponds / MD