26/04/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Diessbach bei Büren

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Polit. Gem. BE, Amtsbez. Büren, am nördl. Abhang des Oberwalds, mit dem Dorf D., den Gemeindeteilen Angel, Eichi und Hübeli. 1244 Diespah. 1764 317 Einw.; 1850 776; 1900 776; 1920 791; 1950 798; 2000 862. Frühe menschl. Präsenz bezeugen mesolith., neolith. (Bettifeld, Hübeli) und bronzezeitl. Einzelfunde (Schlüsselacker, Eichiwald, Depotfund im Dorf), ein latènezeitl. Einzelgrab (Chappeli), aus röm. Zeit ein Gutshof (Schwerzi-Maueracker) und weitere Siedlungsreste (Moosacker, Schaliberg). Als Teil der Herrschaft Strassberg kam D. 1393 an Bern und zur Landvogtei Büren (ab 1803 Oberamt); das Niedergericht D. umfasste Dotzigen und Meienried. Von der bestehenden, 1858-59 erbauten Kirche sind fünf Vorgängerbauten ab dem 7./8. Jh. (1244 erstmals erw., Johannespatrozinium) bekannt. Ihr Kirchensatz gelangte von den Strassbergern an die Bf. von Basel und deren Lehensträger, später an St. Ursen in Solothurn und 1539 durch Tausch an Bern. Die Kirchgem. D. umfasst Büetigen, Busswil und Dotzigen. Das ehemalige Zelgdorf stellte früh auf Milchwirtschaft um (zwei Käsereigesellschaften um 1830), hat Gewerbe (u.a. Uhrensteinfabrik, Holz-, Metallbau) und einen hohen Wegpendleranteil, v.a. nach Lyss, Biel und Bern, blieb aber ohne Bahnanschluss (Autokurse nach Lyss). Dem Gemeindeverband mit Büetigen und Busswil dient das Zivilstandsamt in D., nur der Gem. die eigene Primarschule.


Literatur
– B. Moser, P. Schneider, «Das alte D.», in Hornerbl. 1978/79; 1986; 1990
– P. Schneider, Die Dorfkäsereien von D., 1985
– L. Zerklusen, Bauinventar der Gem. D., 2002

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler