Gsell

Fam. aus der Stadt St. Gallen, wo der aus Sommeri stammende Ulrich 1516 das Bürgerrecht erwarb. Der Familienname wird auf Geselle bzw. (Waffen-)Gefährte zurückgeführt. Im Ancien Régime gehörten die G. häufig der Schneider- oder Weberzunft an und erlangten vereinzelt höhere polit. Ämter (Ratsherren). Aus der Fam. gingen mehrere Künstler hervor, u.a. Georg (1673-1741), Hofmaler in St. Petersburg, und Julius (1814-1904), Kunst- und Glasmaler in Paris. Ab dem 19. Jh. waren die G. häufig als Kaufleute oder in akadem. Berufen tätig, darunter Theodor ( -> 4) und Robert ( -> 3). Weiter gehörten zur Fam. Ärzte (Otto -> 2) und Juristen. Einzelne Familienmitglieder waren in der Leitung grosser Konzerne tätig, u.a. bei Hoffmann-La Roche (Basel) und der Helvetia-Versicherung (St. Gallen). Das Familienbewusstsein wurde im 20. Jh. durch verschiedene chronikal. Aufzeichnungen gepflegt.


Literatur
– O. Gsell, Zur Gesch. von St. Galler Fam., Ms., 1984, (KBSG)

Autorin/Autor: Marcel Mayer