22/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Chessel

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Aigle, am rechten Rhoneufer gelegen. 1364 Chessey. 1313 17 Feuerstätten; 1338 24; 1356 ca. 5; 1502 10; 1764 99 Einw.; 1798 129; 1850 132; 1900 167; 1910 141; 1950 202; 1980 191; 2000 314. Röm. oder frühma. Siedlung unter der Kirche; nicht datierbares Gräberfeld. Die Fam. Pontverre und später die Châtillon besassen Güter in C., das zur Kastlanei Chillon gehörte. Nach der Eroberung durch Bern sind in C. 1475-1798 ein Mistral sowie ein Gerichtshof der lokalen Verwaltung Aigle belegt. Als Pfarrei der Diözese Sitten, in der eine Kongregation der Heiliggeist-Bruderschaft lebte, wurde C. 1528 der ref. Pfarrei Noville angegliedert; 1728-1833 war es eine Filiale von Roche. Die im 13.-14. Jh. errichtete rom. Kirche Saint-Nicolas, deren Fundamente aus dem 10. Jh. stammen, weist eine gemauerte Turmspitze und Freskofragmente aus dem 15. Jh. auf. Bevor 1839 die Brücke De la Porte du Sex gebaut wurde (1905 erneuert), verkehrte eine Fähre über die Rhone. 1618 trat die Gem. den Fährleuten ein Stück Land ab, im Gegenzug wurden die Einwohner unentgeltlich übergesetzt. Die Deiche "barrières du Rhône" sind ab dem 15. Jh. erwähnt; 1841 erhob die Deichverwaltung eine Steuer auf Flösserei und Liegenschaften. Der Bau eines Villenviertels 1975 und eines Campingplatzes in den 1960er Jahren brachte Zuzüger ins Dorf.


Archive
– ACV, Archiv KdM VD, Dossier über die Kirche C. (1982)
Literatur
– P. Dubuis, Le jeu de la vie et de la mort: la population du Valais (XIVe-XVIe siècle), 1994

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / AL