Bayer, von

Erfolgreichste und grösste der in Rorschach im Leinwandhandel tätigen Familien. Stammvater ist der 1514 in Rorschach erw. Schneider Wendelin (gestorben 1563), vermutlich aus Biberach (D). Franz gründete 1621 das Handelshaus. Um 1650 teilte sich die Fam. in ein "oberes" und ein "unteres" Haus. Der ausgedehnte Exporthandel lief v.a. über Genua und Venedig in den Mittelmeerraum. Im 18. Jh. verkörperten die B. in Rorschach eine Art Handelspatriziat und Beamtenaristokratie (1717 Nobilitierung durch Kg. Karl VI.): Sie stellten zahlreiche Inhaber geistl. und weltl. Ämter der Fürstabtei St. Gallen, der Fürstbistümer Konstanz und Chur, zudem Offiziere in fremden Diensten. Oft Kreditgeber der Fürstäbte, vermittelten sie 1770-71 der Fürstabtei ital. Korn und tätigten in Rorschach versch. Stiftungen. 1778 erlosch das "untere" Haus. Im 19. und 20. Jh. bestanden Zweige in Oberitalien, Süddeutschland und den USA. 1931 starb die Fam. im Mannesstamm aus.


Literatur
– R. Grünberger, «Die Rorschacher Kaufmannsfam. von B.», in Rorschacher Njbl. 62, 1972, 9-47, (mit Stammtaf.)

Autorin/Autor: Peter Müller