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Gmür, Harry

geboren 14.5.1908 Bern, gestorben 8.9.1979 Zürich, ref., später Dissident, von Saanen und Murg (Gem. Quarten). Sohn des Max ( -> 9). ∞ 1930 Genrieta Esther, Tochter des Moisey, Arztes und Psychiaters, von Kammersrohr. 1927-33 Stud. der Geschichte, Germanistik und Volkswirtschaft in Bern, Paris, München und Leipzig, 1933 Dr. phil. in Leipzig. Ab 1933 in Zürich, Eintritt in die SP, später auch in die KP. 1937-38 Herausgeber der Wochenzeitung "ABC", die er finanzierte. G. unterstützte die Richtung von Léon Nicole und engagierte sich ab 1940 führend in der (parteiinternen) SP-Opposition, die 1941 verboten wurde. Mitarbeit bei der illegalen kommunist. Presse, 1942 Ausschluss aus der SP. 1944 Mitbegründer der PdA, ab 1944 bzw. 1945-49 Mitglied der schweiz. und kant. leitenden Parteigremien. 1942-50 Zürcher Gemeinderat (zuerst SP, dann PdA). 1945-46 erster Chefredaktor des "Vorwärts"; Präs. von Kultur und Volk. 1958-79 Journalist und Schriftsteller, Veröffentlichungen von Artikeln und Reiseberichten über Frankreich, Südeuropa und Afrika in der DDR (u.a. in der "Weltbühne") und im "Vorwärts" (unter den Pseudonymen Stefan Miller, Gaston Renard, Mercator und Beat Haller).


Literatur
Die Weltbühne, 18.9.1979, Nr. 38
Biogr. Lex. verstorbener Schweizer 8, 1982, 65
– B. Studer, Un parti sous influence, 1994

Autorin/Autor: Markus Bürgi