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Dürr, Karl

geboren 8.6.1875 Freiburg i.Br., gestorben 16.1.1928 Bern, Deutscher, ab 1916 von Bonfol. Sohn des Karl, Maurergesellen. ∞ 1911 Wilhelmine Auguste Deventer. Schulen und 1891-95 Lehre als Eisendreher in Freiburg i.Br. Anschliessend Wanderschaft durch die Schweiz, Italien, Österreich-Ungarn, Deutschland, die Niederlande und Belgien mit längeren Aufenthalten in Zürich und Hamburg. Ab 1903 Dreher in Basel, wo er sofort Funktionen in der Metallarbeitergewerkschaft übernahm und 1905-06 im monatelangen Streik in der Maschinenfabrik Mertz als Führer hervortrat. Dann hauptamtl. Gewerkschaftsfunktionär: 1906-09 Smuv-Sekr. in Basel, 1909-16 Smuv-Zentralsekr. in Bern, 1916-28 SGB-Sekr. in Bern. 1918-28 SP-Grossrat des Kt. Bern. 1918 Mitglied des Oltener Aktionskomitees. D. vertrat die Gewerkschaften in versch. Ämtern, z.B. im Verwaltungsrat der Suva und der Genossenschaftl. Zentralbank. In jungen Jahren noch begeistert für den Anarchismus, rückte er im 1. Weltkrieg zusehends nach rechts und trug in den 1920er Jahren als einer der wichtigsten Führer der gemässigten Mehrheit zur Marginalisierung der radikaleren Strömung im SGB bei. Keiner seiner Nachfolger erreichte im SGB-Sekretariat eine vergleichbar starke Stellung.


Literatur
Gewerkschaftl. Rundschau für die Schweiz, Nr. 2, 1928
Karl D., [1928]
– B. Degen, Richtungskämpfe im Schweiz. Gewerkschaftsbund, 1918-1924, 1980

Autorin/Autor: Bernard Degen