27/09/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Peccia

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Vallemaggia, seit 2004 Teil der Gem. Lavizzara. Das 39 km von Locarno entfernte, auf einer Höhe von 840 m gelegene P. unterteilt sich in versch. Siedlungen, die sich z.T. im gleichnamigen Seitental befinden. 1374 Petia. Im 15. Jh. 800-900 Einw.; 1795 300; 1850 300; 1900 229; 1950 212; 1970 275; 2000 171. Mit Broglio, Fusio, Prato und Sornico gehörte P. bis 1374 zur Talschaft (comunità) Lavizzara. Dann wurden die jeweiligen Grenzen für die Ausübung der Nutzungsrechte im Gebiet neu bestimmt und P. stieg zur grössten Gem. der Region Lavizzara auf. Sie umfasste nun auch die Fraktion Mogno und das Valle di P., das 1669 selbstständig wurde. Das Gemeingut der vier Gem. (comunella dei quattro comuni), zu dem Allmenden in Fusio, P., Prato und Sornico gehörten, wurde erst 1929 aufgelöst. Kirchlich war P. bis 1613 Sornico unterstellt, danach wurde die Kirche S. Antonio Abate in P., die im 16. Jh. errichtet worden war, zur Pfarrkirche erhoben. Nach den Überschwemmungen von 1834 und 1868, die z.T. auch das Dorf zerstörten, wurde sie neu aufgebaut. Die 1617 erstellte Talkirche S. Carlo wurde 1669 Pfarrkirche. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren im Valle di P. die Gewinnung, die Verarbeitung (Gefässe und Steinöfen) und der Handel mit Speckstein verbreitet. Seit 1946 wird weisser Marmor abgebaut. Der in der Schweiz einzigartige Marmorsteinbruch in P. führte 1984 zur Gründung einer Bildhauerschule. Entsprechend stellte der 2. Sektor zu Beginn des 21. Jh. über ein Drittel der Arbeitsplätze im Ort. 1950-56 entstand im Valle di P. eines der grössten Wasserkraftwerke der Schweiz, das vom Wasser aus dem Einzugsgebiet der Maggia gespiesen wird. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. investierte das Dorf in seine tourist. Infrastruktur.


Literatur
– «La valle di P.», in Cooperazione, 28.8.1954
– G. Bianconi, Artigianati scomparsi, 1965 (31978), 47-65
P., 2008

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / CN