24/10/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Menzonio

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Vallemaggia, seit 2004 Teil der Gem. Lavizzara. Das Dorf liegt auf 732 m auf einer Terrasse am rechten Hang des Val Lavizzara. 1364 Menzone. 1669 315 Einw.; 1795 149; 1850 177; 1900 190; 1950 128; 1990 70; 2000 73. Bis zu Beginn des 15. Jh. bildeten M. und Brontallo eine einzige Gem. und zusammen mit Bignasco und Cavergno eine Nachbarschaft; anschliessend standen sie unter der Gerichtsbarkeit der Talschaft Lavizzara. Zur Zeit der eidg. Herrschaft war M. eine der sieben Talgemeinden. Kirchlich löste sich M. 1513 von Cevio und bildete, bis 1655 gemeinsam mit Brontallo, eine eigene Pfarrei. Die schon im 15. Jh. erw. Kirche SS. Giacomo e Filippo datiert von 1585 und wurde 1644 sowie 1905 umgebaut. Die Einwohnerzahl erreichte im 17. Jh. ihren Höchststand und nahm dann schrittweise ab, v.a. wegen der Auswanderung nach Italien (u.a. Stallknechte in Rom), später nach Kalifornien und schliesslich wegen der Abwanderung in die städt. Zentren. Während Jahrhunderten dominierte Weidewirtschaft und Ackerbau; im 19. Jh. gab es einen Specksteinbruch und vier Mühlen. Die Fahrstrasse, die M. mit dem Talgrund verbindet, wurde 1949 erbaut. 2000 waren drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
– M. Signorelli, Storia della Valmaggia, 1972

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / CN