04/01/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Linescio

Polit. Gem. TI, Bez. Vallemaggio, bis 1858 Teil der Gem. Cevio. Das Dorf liegt auf der linken Talseite im untersten Teil des Valle di Campo. 1437 Lignazio, 1602 Linezio. 1591 33 Feuerstätten; 1761 228 Einw.; 1801 330; 1860 243; 1900 220; 1950 139; 2000 32. Die 1640 geweihte Pfarrkirche S. Remigio wurde 1817-19 umgebaut. 1757 trennte sich die Pfarrei von der Propsteikirche Cevio. Die dichte Terrassenstruktur des Dorfes erlaubte die bestmögl. Nutzung des Bodens; auf den steilen Abhängen baute man Roggen, Hanf, Leinen und später Kartoffeln an. Infolge der Auswanderung im 19. Jh. und des Wegzugs in die städt. Zentren v.a. nach 1950 wurde ein Grossteil der Äcker, Wiesen und Weiden aufgegeben. 2000 war kein einziger Einwohner mehr im Primärsektor tätig. Auf der rechten Talseite wird Bergbau betrieben (Beola-Brüche). Am Anfang des 21. Jh. wurde ein Projekt erarbeitet, um die Terrassierungen durch erhaltende Massnahmen vor dem Verfall zu retten.


Literatur
Vallemaggia, hg. von G. Martini, 1988, 90-92
– A. Donati, I monti di L., 1989
– A. Benelli, La condition des femmes paysannes tessinoises au XIXe siècle, Liz. Lausanne, 2003

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / PTO