14/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Gordevio

Polit. Gem. TI, Bez. Vallemaggia. Das Dorf besteht aus zwei Teilen, aus Villa und Brièè, die der Wildbach Ri di Gèi früher klar trennte. 1200 de gordauio, 1335 de Gordavio. 1283 rund 30 Feuerstätten; 1591 230 Einw.; 1709 650; 1801 244; 1850 373; 1900 278; 1950 266; 1980 559; 2000 798. Die Pfarrkirche SS. Giacomo e Filippo, die im 13. Jh. erstmals erw. wird, wurde im 17. Jh. auf den Resten der früheren Kirche aus dem 14. Jh. erbaut. Sie enthält Malereien von Giovan Antonio Vanoni (19. Jh.) und wohl von Giuseppe Antonio Felice Orelli, der 1753 Fresken im angrenzenden Beinhaus (18. Jh.) schuf. Im Ortsteil Brièè wurde 1666 die Kapelle S. Antonio Abate errichtet. Schon im 14. Jh. hatten G. und Avegno einen eigenen Kaplan; die beiden Dörfer lösten sich von der Mutterkirche in Maggia und trennten sich wahrscheinlich um 1645 voneinander. Den Dorfkern von G. prägen einige Bürgerhäuser aus dem 19. Jh. Die Auswanderung (zuerst vorwiegend nach Rom, in der 2. Hälfte des 19. Jh. nach Übersee) liess die Einwohnerzahl sinken. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. ist sie aber wieder gestiegen (2000 war G. nach Maggia die bevölkerungsreichste Gem. des Bez.), v.a. dank der Nähe zur Agglomeration Locarno, die alternative Arbeitsmöglichkeiten zum praktisch verschwundenen Primärsektor bietet.


Literatur
Il comune, 1978, 141-151

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / PTO