Coglio

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Vallemaggia, seit 2004 Teil der Gemeinde Maggia. Liegt am linken Ufer der Maggia und war bevölkerungsmässig die kleinste Gemeinde im unteren Tal, früher auch eine der ärmsten. 1237 Cono. 1591 100 Einw.; 1719 122; 1801 94; 1850 195; 1900 135; 1950 73; 2000 96. C. verzeichnete eine starke Auswanderung, v.a. nach Kalifornien. Bis nach 1950 hielt der Bevölkerungsschwund an; in den letzten Jahrzehnten nahm die Einwohnerzahl wieder leicht zu. Im Dorf haben sich versch. Denkmäler aus dem 17. und 18. Jh. erhalten, u.a. ein kürzlich restaurierter Waschbrunnen, ein Beinhaus aus dem 18. Jh. (unter Denkmalschutz) und ein Friedhofskreuz von 1719. C. gehörte zur Pfarrei Maggia, von der sie sich erst gegen 1698 loslöste, nachdem sich die Mutterkirche im 16. Jh. versch. Trennungsversuchen widersetzt hatte. Die Pfarrkirche S. Maria di Monte Carmelo wurde gegen Ende des 17. Jh. errichtet und 1703 eingeweiht; 1866 stattete sie Giovanni Antonio Vanoni aus dem Maggiatal mit Wandmalereien aus. Die inzwischen fast verschwundene Landwirtschaft war während Jahrhunderten die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung, die auch im Rebbau und im Gesteinsabbau tätig war.


Literatur
Il Comune, 1978, 117-128

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / CN